Kulmbach Grüne machen sich für Schlachthof stark

Die regionale Einrichtung soll langfristig erhalten und gestärkt werden, fordert die Kulmbacher Stadtratsfraktion der Grünen. Dabei erhalten sie Unterstützung aus der Landespolitik.

Der Kulmbacher Schlachthof darf nicht auch noch schließen, fordern die Grünen. Foto: Archiv

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Kulmbacher Stadtrat setzt sich für den langfristigen Erhalt des Schlachthofs Kulmbach ein. In einem aktuellen Antrag fordern die Grünen eine umfassende Prüfung durch die Stadtverwaltung, um ein zukunftstragendes Konzept für den Schlachthof zu entwickeln. Bis Februar 2025 sollen die Ergebnisse vorliegen und notwendige Schritte eingeleitet werden, heißt es in einer Mitteilung. Daraus geht auch hervor, dass es sich bei dem Antrag nicht nur um ein lokales Anliegen handelt.

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Der Schlachthof Kulmbach sei der letzte verbliebene Betrieb im Bezirk, der von kleineren und mittleren Tierbetrieben genutzt wird. „Wenn wir die kleinteilige landwirtschaftliche Struktur in Oberfranken erhalten wollen, müssen wir auch den Schlachthof Kulmbach erhalten“, betont die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Dagmar Keis-Lechner. Die aktuelle Unternehmensform als öffentliche Einrichtung reiche jedoch nicht aus, um die langfristige Finanzierung für den Betrieb zu sichern. Die notwendigen Investitionen in Millionenhöhe könnten von der Stadt Kulmbach allein nicht gestemmt werden, meint Keis-Lechner.

Fördermöglichkeiten und neue Wege

Der Antrag der Grünen hebt hervor, dass aktuelle Förderprogramme des Freistaats Bayern, wie VuVregio oder die Marktstrukturförderung, nicht für öffentliche Einrichtungen, sondern nur für Unternehmen mit maximal 25-prozentiger kommunaler Beteiligung zur Verfügung stehen. „Somit bleibt festzuhalten, dass mit der aktuellen Unternehmensform und den aktuellen Fördertöpfen eine langfristige Sicherung des Schlachthofstandortes Kulmbach gefährdet ist“, erklärt der grüne Landtagsabgeordnete Tim Pargent. Die Grünen schlagen in ihrem Antrag mehrere denkbare Szenarien vor:

Zweckverband: Durch die Gründung eines Zweckverbandes mit dem Landkreis und weiteren Kommunen könnten die Investitionskosten regional verteilt werden.

Genossenschaft: Eine Überführung des Schlachthofs in eine Genossenschaft, bei der die kommunale Beteiligung auf 25 Prozent gedeckelt ist, könnte Zugang zu Fördermitteln ermöglichen. In einer Genossenschaft könnten zudem alle Betroffenen, wie Erzeuger, Vermarkter und Verbraucher, aktiv an der Gestaltung des Schlachthofs mitwirken.

Neue Förderprogramme: Auf Bundes- oder Landesebene könnten neue Fördertöpfe geschaffen werden, die einen Großteil der Investitionskosten decken. Dies erfordert jedoch eine breite Unterstützung durch lokale Politiker:innen aller Parteien.

Aufruf zum Handeln

Die Grünen fordern die Stadt Kulmbach auf, schnell zu handeln und alle möglichen Optionen zur langfristigen Sicherung des Schlachthofs zu prüfen. „Nur so kann der Erhalt dieses wichtigen Standorts für die regionale Landwirtschaft gewährleistet werden“, unterstreicht der Grüne Bezirkssprecher Tim-Luca Rosenheimer. red