Kulmbach - Die Kulmbacherin ist im Grunde eine durchaus misstrauische Person. Aber weil sie gerade an dem Morgen im Radio von einer Hilfsaktion für behinderte Menschen gehört hatte, zückte sie doch ihren Geldbeutel und drückte der jungen Frau, die ihr eine Spendenliste vor die Nase gehalten hatte, zehn Euro in die Hand. Mitten in der Fußgängerzone war die Frau mit einer Begleiterin gestanden und immer wieder ganz direkt auf Passanten zugegangen. Die Kulmbacherin, die sich als Fünfte in die Liste eintrug, machte mit ihrem Handy ein Foto von dem Stück Papier. Wenig später sollte die Frau dann feststellen: Sie war, wie andere Menschen aus Stadt und Landkreis Kulmbach, Schwindlern aufgesessen. Dabei konnte die Frau noch froh sein, dass sie nicht auch noch bestohlen wurde. Denn viele der meist aus Osteuropa stammenden "Spendensammler" haben es weniger auf die milde Gabe, als vielmehr gleich auf den ganzen Geldbeutel ihrer Opfer abgesehen. In Marktredwitz ist es jetzt gelungen, vier der Trickdiebe festzunehmen. Eine 21-jährige Rumänin sitzt sogar in Haft. Gut möglich, dass es genau dieselben Personen waren, die kurz vorher durch Kulmbach gezogen sind.