Kulmbach Kulmbach schaltet die Ampel auf Gelb

Eine Laborantin führt Untersuchungen zum Coronavirus durch. Foto: Christophe Gateau/dpa/Symbolbild

16 neue Fälle von Corona sind am Donnerstag im Landkreis bekannt geworden. Damit ist die erste Warnstufe erreicht, Einschränkungen greifen.

Kulmbach - Die Donnerstage haben es in sich im Landkreis Kulmbach. Vor einer Woche wurden in Kulmbach 13 neue Fälle gezählt. Um das Umschalten der Ampel auf Gelb ist da die Region aber nochmal knapp herumgekommen. In dieser Woche schaut es anders aus: 16 neue Fälle von Corona-Infektionen, betroffen sind auch weitere Schüler des derzeit geschlossenen Markgraf-Georg-Friedrich-Gymnasiums, hat das Landratsamt am Donnerstag zählen müssen. Das hat bewirkt, dass der 7-Tage-Inzidenzwert mit 39,12 über die erste Warnschwelle von 35 gestiegen ist. Damit muss im Landkreis jetzt die Corona-Warnampel auf Gelb gestellt werden. Einige Einschränkungen, die alle betreffen, sind damit verbunden. "Der Donnerstag scheint nicht unser Tag zu sein", kommentiert Oliver Hempfling vom Landratsamt das Geschehen. Dass Kulmbach nicht in den roten Bereich gerutscht ist, war nur der Tatsache zu verdanken, dass am Donnerstag gleichzeitig 13 Fälle aus der 7-Tage-Frist herausgefallen sind.

Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Covid-19-Infektionen beträgt damit am Donnerstag, 16.30 Uhr, 370. Von diesen Fällen gelten inzwischen 316 wieder als genesen. Unter Berücksichtigung der 11 Verstorbenen liegt die Anzahl der aktuell im Landkreis infizierten Personen bei 43. Von den aktiv Infizierten fallen 28 Fälle in die vergangenen sieben Tage. Einschließlich der aktuell infizierten Personen befinden sich 589 Landkreisbürger in Quarantäne.

Die "Gelbphase" mit allen damit verbundenen Beschränkungen für den Landkreis gilt nach Aussagen des Landratsamts von Samstag an bis zum Ablauf des Tages der letztmaligen Nennung des Landkreises auf der Verkündungsplattform des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (stmgp.bayern.de). Um von der Plattform gelöscht zu werden, muss der Signalwert von 35 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen für sechs volle Tage unterschritten werden.

Private Feiern und Kontakte sind dann wieder auf maximal zehn Personen oder zwei Haushalte begrenzt. Das gilt auch für Hochzeiten oder Geburtstage sowie die Gastronomie. Ab 23 Uhr bis 6 Uhr ist Sperrstunde, Alkohol darf dann nicht mehr verkauft werden. Die Gastronomie darf während der Sperrstunde Essen und nicht alkoholische Getränke nur zum Mitnehmen verkaufen. Auch Tankstellen und Lieferdienste dürfen während der Sperrstunden keinen Alkohol verkaufen. Es herrscht Maskenpflicht überall dort, wo Menschen dichter oder länger zusammenkommen, zum Beispiel in Freizeit-, Sport- oder Kulturstätten (dazu zählt auch die Plassenburg) sowie in öffentlichen Gebäuden. Masken müssen alle Schüler weiterführender Schulen ab Klasse 5 auch im Unterricht tragen.

Darüber hinaus besteht Maskenpflicht auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann. Sonstige Veranstaltungen, die üblicherweise nicht für ein beliebiges Publikum angeboten oder aufgrund ihres persönlichen Zuschnitts nur von einem absehbaren Teilnehmerkreis besucht werden (wie beispielsweise Vereins- und Parteisitzungen) und nicht öffentliche Versammlungen bleiben davon unberührt.

Angesichts des derzeitigen Infektionsgeschehens sieht das Landratsamt Kulmbach zum momentanen Zeitpunkt noch davon ab, zusätzlich eine Maskenpflicht und ein Alkoholverbot für stark frequentierte öffentliche Plätze festzulegen. Dennoch wird die Bevölkerung aufgerufen, auch über bestehende rechtliche Verpflichtungen hinaus eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen. "Diese hat sich als wertvolles und probates Mittel erwiesen, Infektionen zu vermeiden. Dies gilt vor allem dort, wo viele Menschen zusammenkommen. Persönliche Kontakte sollten auf das unbedingt notwendige Maß reduziert werden", lautet der Appell.

Auch am Klinikum Kulmbach wird die Entwicklung kritisch beobachtet. Weiterhin müsse in Kulmbach kein Patient wegen einer Covid-19-Infektion behandelt werden, informiert Dr. Thomas Banse. Der Leiter der Hygienekommission des Hauses sieht es aber angesichts der steigenden Zahlen als nur noch eine Frage der Zeit an, bis auch in Kulmbach wieder Menschen mit schweren Symptomen der Krankheit ins Krankenhaus müssen. In den Nachbarkliniken seien bereits erste Fälle eingeliefert worden. "Das wird auch bei uns wieder kommen", ist Dr. Banse sicher.

Nachdem unter den festgestellten Neufinfektionen auch wieder Schüler des Kulmbacher MGF sind, könne vorerst noch nicht gesagt werden, ob die am Anfang dieser Woche verhängte völlige Schließung des Gymnasiums auch in der kommenden Woche fortgesetzt wird, heißt es aus dem Landratsamt. Eine Entscheidung könne frühestens am heutigen Freitag getroffen werden. Allein am MGF mussten am Montag rund 200 Schüler und eine große Zahl von Lehrern in Quarantäne gehen.

 

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