Er hat wie fast immer mit keiner Mine gezuckt. Den Kopf schiefgelegt und in die Hand gestützt, hat Werner M. sich am Mittwochnachmittag eine Stunde und 14 Minuten lang äußerlich völlig unbeeindruckt angehört, welches Urteil die Schwurgerichtskammer am Landgericht Bayreuth über ihn verhängt hat. Er hat nicht reagiert, als er das Urteil „lebenslang“ hörte und auch nicht, als Vorsitzende Richterin Andrea Deyerling ruhig, bestimmt und analytisch klar ein verheerendes Bild eines Mannes zeichnete, der aus gekränkter Eitelkeit zum Mörder geworden war. Werner M., davon ist die Kammer überzeugt, hat am 2. März dieses Jahres ganz bewusst und vorsätzlich die Frau ermordet, die sich von ihm getrennt hatte, weil der Alkoholiker rückfällig geworden war und seinen Alkoholkonsum nicht einstellen wollte.
Kulmbach Mord aus verletztem Ego
Melitta Burger 08.10.2025 - 17:28 Uhr