Kulmbach Rabiate Tagesmutter vor dem Kadi

Rabiate Tagesmutter vor dem Kadi Quelle: Unbekannt

Eine 39-Jährige soll Verpflegungspauschalen mehrfach kassiert und einen Untersteinacher geohrfeigt haben. Doch das scheint nur die Spitze des Eisbergs zu sein.

Kulmbach - Vorläufig ausgesetzt hat das Kulmbacher Amtsgericht den Prozess gegen eine 39-jährige Tagesmutter aus dem Kulmbacher Landkreis. Der Frau wurde vorgeworfen, bei drei Kindern doppelt abkassiert zu haben. In einem weiteren Anklagepunkt soll die Frau einen Mann aus Untersteinach geschlagen, beleidigt und mit dem Tod bedroht haben.

Offensichtlich ist das aber nur die Spitze des Eisbergs. Wie zum Prozessauftakt bekannt wurde, ist eine Vielzahl weiterer Anklagen gegen die Frau anhängig. Das jedenfalls verkündete Richterin Sieglinde Tettmann, nachdem sie sich mit der Staatsanwaltschaft, Verteidiger Ralph Pittroff und dem Nebenklagevertreter der Geschädigten zu einem Rechtsgespräch zusammengesetzt und das weitere Vorgehen besprochen hatte. Da der Sachstand der einzelnen Verfahren dem Gericht nicht bekannt war, mache es erst einmal keinen Sinn, weiter zu verhandeln. Eventuell könnte man auch die eine oder andere zivilrechtliche Forderung etwa durch einen "Täter-Opfer-Ausgleich" außergerichtlich klären und damit ein weiteres Strafverfahren vermeiden.

Konkret wurde der Frau vorgeworfen, als Tagesmutter mit den Eltern der betreuten Kinder die Vereinbarung getroffen zu haben, dass sie zusätzlich zu ihrem Lohn 20 Euro als Verpflegungspauschale pro Tag und Kind bekommt. Was die Eltern zunächst nicht wussten, war, dass die Tagesmutter auch vom Landratsamt eine derartige Verpflegungspauschale offenbar in gleicher Höhe für die betreuten Kinder bekommt. Bei den zwei vorliegenden Anklagen war somit eine Überzahlung in Höhe von zusammen mehreren hundert Euro entstanden. Das Geld soll die Angeklagte in ihre eigene Tasche gesteckt haben.

Ein weiterer Anklagepunkt zielte darauf ab, dass die Frau mit einem jungen Mann in Untersteinach in Streit geraten war, ihm zwei Ohrfeigen versetzte, ihn mit Ausdrücken unter der Gürtellinie beleidigte und drohte, sie werde sein Leben und das Leben seiner kleinen Tochter zerstören. Die näheren Umstände dieses Vorfalls waren während der Verhandlung nicht zur Sprache gekommen.

Die Anklage gegen die 39-Jährige lautete ursprünglich auf Betrug in mehreren Fällen sowie auf vorsätzliche Körperverletzung, Beleidigung und Bedrohung. Über ihren Verteidiger Ralph Pittroff ließ die Frau lediglich verlauten, dass sie den Sachverhalt teilweise bestreite. Mehr kam nicht zur Sprache. Nach der jetzigen Aussetzung des Verfahrens wird das Amtsgericht zu gegebener Zeit einen neuen Termin für die Verhandlung festsetzen.

 

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