Kulmbach Seniorin übergibt mehrere Tausend Euro

Mit der perfiden Masche des sogenannten Schockanrufs setzen Unbekannte eine Kulmbacherin massiv unter Druck. Sie gibt nach - und ihr Geld her.

Seniorin. Telefon. Symbolfoto. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Das Telefon hat am Dienstagmittag bei einer Seniorin in Kulmbach geklingelt. Am anderen Ende der Leitung waren vermeintliche Polizisten: Die Tochter der 89-Jährigen habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht.

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Um eine angeblich drohende Gefängnisstrafe abzuwenden, forderten die Anrufer die Frau auf Bargeld bereitzuhalten. Den Betrag solle sie einem vermeintlichen Justizmitarbeiter des Amtsgerichts Kulmbach übergeben.

Stundenlang hielten die Betrüger den telefonischen Kontakt aufrecht und steigerten dabei kontinuierlich den psychischen Druck. Schließlich erschien gegen 20 Uhr ein bislang Unbekannter im Kulmbacher Hopfenweg.

Die Seniorin übergab dem Abholer einen Umschlag mit Bargeld in Höhe eines niedrigen vierstelligen Eurobetrages. Erst nach der Übergabe schöpfte die Frau Verdacht und setzte sich mit der Polizei in Verbindung.

Nun ermittelt die Kriminalpolizei Bayreuth und bittet um Zeugenhinweise. Wer die Geldübergabe im Hopfenweg beobachtet hat oder verdächtige Personen und/oder Fahrzeuge bemerkt hat, soll sich unter der Telefonnummer 0921/5060 melden.

Die oberfränkische Polizei gibt folgende wichtige Tipps, um sich vor sogenannten Schockanrufen zu schützen:

  • Lassen Sie sich am Telefon nicht drängen und unter Druck setzen! Legen Sie einfach auf!
  • Seien Sie misstrauisch!
  • Nennen Sie keine persönlichen Daten am Telefon!
  • Spätestens bei Geldforderungen am Telefon das Gespräch sofort abbrechen!
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Unbekannte!
  • Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten!
  • Rufen Sie Ihre Angehörigen unter der Ihnen bekannten Telefonnummer an!
  • Beim geringsten Zweifel wählen Sie selbst den Notruf 110!