Kulmbach Wechsel im Kreisjugendamt

Das bisherige Kreisjugendamt wurde mit dem Ausscheiden von Klaus Schröder neu strukturiert. An der Spitze der Abteilung Jugend, Familie und Soziales steht künftig mit dem 51-jährigen Bernhard Rief ein höchst erfahrener Verwaltungsbeamter aus dem eigenen Haus. Von links stellvertretende Landrätin Christina Flauder, Klaus Schröder, Landrat Klaus Peter Söllner, Bernhard Rief und stellvertretender Landrat Dieter Schaar. Foto: Werner Reißaus Quelle: Unbekannt

Leiter Klaus Schröder geht nach vierzig Dienstjahren in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird der erfahrene Bernhard Rief.

Kulmbach - Die erste Sitzung des neu zusammengesetzten Jugendhilfeausschusses des Landkreises Kulmbach bedeutet eine Zäsur. Denn für den Leiter des Kreisjugendamtes war es die letzte Sitzung. Klaus Schröder wird in Kürze nach einigen Urlaubstagen und knapp 40 Dienstjahren - davon fast 25 Jahre in der Verantwortung des Kreisjugendamtes - in den Ruhestand gehen.

Die offizielle Verabschiedung wird zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen, aber Landrat Klaus Peter Söllner stellte zum scheidenden Jugendamtschef zumindest so viel fest: "Klaus Schröder hat großartige Arbeit geleistet. Er war allen, die mit ihm zu tun hatten, ein überragender Ansprechpartner. Ich habe nur Lob über ihn gehört." Söllner verwies in diesem Zusammenhang auch auf die gravierenden, gesellschaftlichen Veränderungen, die in den vergangenen Jahren den Bereich der Jugendhilfe stark beeinflusst haben. Dabei galt es für Klaus Schröder und seinen Mitarbeitern im Kreisjugendamt auch, neue gesetzliche Herausforderungen zu meistern.

Nicht unerwähnt ließ Landrat Söllner, dass auch das Kreisjugendamt durch Corona schwer gefordert wurde: "Wir haben aktuell seit sieben Wochen keine Erkrankungen mehr im Landkreis, aber das kann sich schnell ändern. Das Jugendamt hat sich in der Corona-Krise bewährt. Gott sei Dank ist keine Erhöhung von Fällen häuslicher Gewalt eingetreten. Es hat relativ wenig Ärger gegeben, und bei den Notbetreuungen wurde hervorragend reagiert. Viele haben dazu ihren Beitrag geleistet."

Klaus Schröder stellte in seinem letzten Bericht zur Jugendhilfe im Landkreis rückblickend fest, dass die Kinder- und Jugendhilfe auch im vorigen Jahr auf einem hohen, anhaltenden Niveau gefordert war: "Es gab zwar keine Steigerungen bei den Hilfen und den Leistungsfällen, aber das Niveau ist auch nicht zurückgegangen. Nach wie vor müssen wir mit unserem Angebot dort als Ausfallbürge einspringen, wo Eltern verschuldet oder unverschuldet nicht mehr in der Lage sind, die Verantwortung für ihre Kinder alleine ohne fremde Unterstützung wahrzunehmen." Diese Fälle, so Schröder, sind auch im Jahr 2019 auf einem gleichen Niveau wie in den Jahren zuvor geblieben. Nicht unerwähnt ließ Schröder die "ordentliche Infrastruktur" im Rahmen der Kindertagesbetreuung, was auch dem Engagement der vielen Träger und Kommunen geschuldet ist. Unterm Strich war es aber auch ein anstrengendes und herausforderndes Jahr für das Kreisjugendamt. Klaus Schröder dazu abschließend: "Es war aber Gott sei Dank ein Jahr ohne besondere dramatische Ereignisse."

Die aktuelle Situation beschäftigt das Kreisjugendamt dagegen viel mehr, wie Klaus Schröder betonte: "Sie war und ist auch weiterhin ganz entscheidend von Corona geprägt. Spätestens mit der Schließung der Kindertagesstätten und der Schulen hat sich unsere Arbeit im Kreisjugendamt grundlegend verändert. Wir mussten uns innerhalb eines halben Tages mit dem Lock-Down in den Schulen und in der Kindertagesbetreuung beschäftigen und haben als Erstes für das Wochenende auch eine Hotline eingerichtet. Es gab auch am Samstag und Sonntag Nachfragen." Die große Frage war in den ersten vier bis sechs Wochen, was ist in der Corona-Krise systemrelevant. Es gab natürlich Grenzfälle, aber das Kreisjugendamt hat nach den Worten ihres Leiters den Ermessensspielraum weitestgehend ausgeschöpft.

Klaus Schröder: "Wir hatten keine großen Diskussionen mit den Bürgern und ich muss auch sagen, dass der Großteil der betroffenen Eltern und Familien sehr einsichtig und vernünftig war." Was Schröder aber für wichtig hielt: "Der persönliche Kontakt in der Arbeit mit Menschen ist nie vollkommen zu ersetzen. Corona ist zwar noch nicht vorbei, aber in den Arbeitsabläufen des Kreisjugendamtes kehrt man allmählich wieder zurück zur Normalität." Schröder weiter: "Ich freue mich, dass es gelungen ist, Lösungen zu findenn. Da muss ich mich vor allem im Schul- und Gesundheitsbereich bedanken. Die Jugendhilfe war schon immer gefordert, auf Veränderungen zu reagieren. Jugendhilfe ist auch sehr sensibel und Kinder- und Jugendhilfe ist systemrelevant und kostet auch Geld."

Mit einem kurzen Resümee beendete Klaus Schröder seine Ausführungen: "Im Kreisjugendamt Kulmbach arbeiten kompetente und höchst engagierte Frauen und Männer. Gerade in der Corona-Zeit muss ich feststellen, mit welchem Engagement sich meine Leute eingebracht haben. Im oberfränkischen Vergleich hat die Kinder- und Jugendhilfe einen sehr guten Ruf. Wir haben hier im Landkreis eine gute Jugendhilfe-Infrastruktur und darauf können wir stolz sein. Dafür möchte ich allen danken, dass wir hier Jugendhilfe im besten Sinne für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landkreises zur Verfügung stellen konnten."

Abteilungsleiterin Kathrin Limmer stellte dem Jugendhilfeausschuss im Anschluss die zukünftige Struktur des Kreisjugendamtes vor. So wird Bernhard Rief mit der Abteilungsleitung für Jugend, Familie und Soziales beauftragt und tritt damit die Nachfolge von Klaus Schröder an. Die weiteren Sachgebietsleiter sind für das Kreisjugendamt Brigitte Hebentanz, für den Sozialdienst Steffen Grampp, für die Landkreisjugendarbeit Jürgen Ziegler und für soziale Angelegenheiten David Grau. Die künftige Organisation fand auch die Zustimmung des Jugendhilfeausschusses.

 
 

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