Es gibt Tage, an die man sich im Rückblick erinnern wird – und später womöglich mal sagen wird: An diesem Abend hat eine Ära begonnen. Oder ein Star wurde geboren. Vielleicht trifft dies in einigen Jahren auf den Abend des 9. Juni 2024 in Rom zu, als sich Merlin Hummel in das ganz große Rampenlicht der Sportwelt geschoben hat. Bei der Europameisterschaft der Leichtathleten gelang dem Kulmbacher Hammerwerfer die große Sensation. Gleich zweimal verbesserte er seine persönliche Bestleistung und schrammte als Vierter nur wenige Zentimeter an einer Medaille vorbei. Dass um den Hals den 22-Jährigen an diesem historischen Abend in der italienischen Hauptstadt kein Edelmetall baumelte, lag vor allem auch an der starken Konkurrenz. Erstmals seit der EM 2002 (!) waren für Medaillen mehr als 80 Meter nötig. In den Jahren zuvor hätte Hummel mit seiner Leistung wohl den Sprung aufs Treppchen sicher gehabt.