Kultur-Neustart Vorhang auf im Rosenthal-Theater

Jazz und Ragtime: „Heye’s Society“ holen am 26. Juni im Rosenthal-Theater ihr Konzert nach, das im Herbst ausfallen musste. Foto: pr.

Die Bühnen im Freistaat dürfen wieder öffnen. In Selb geht es am 8. Juni wieder los. Das Kulturamt hat ein abwechslungsreiches Paket mit Tanz, Schauspiel und Comedy geschnürt.

Selb - Gute Nachrichten für ausgehungerte Kulturfreunde: Wegen des niedrigen Inzidenzwerts im Landkreis Wunsiedel darf das Rosenthal-Theater in Selb wieder öffnen – wenn auch unter im Moment noch sehr strengen Auflagen.

„Es zeichnet sich also Licht am Ende des Tunnels ab“, schreibt der Selber Kulturamtsleiter Hans-Peter Goritzka in einer aktuellen Mitteilung. Für Juni und Juli sei deswegen ganz schnell ein abwechslungsreiches und attraktives Veranstaltungspaket geschnürt worden. Die Verantwortlichen im Selber Rathaus hoffen, dass der Theaterbetrieb schnell wieder in Fahrt kommt und auch das Interesse der Besucher entsprechend hoch ist. Anderseits soll damit gleichzeitig der Appetit auf eine mit Höhepunkten gespickte neue Spielzeit 2021/22 angeregt werden, die dann – das wünschen sich alle – unter normaleren Voraussetzungen im September starten kann.

Beginn um 19 Uhr

Wegen der in der Region noch unterschiedlichen Ausgangsregelungen beginnen alle nachstehend beschriebenen Veranstaltungen bereits um 19 Uhr.

Der Neustart beginnt am Dienstag, 8. Juni, mit der Ballettcompagnie des Theaters Hof und einer tänzerischen Hommage an Charlie Chaplin. Der symbolträchtige Brite mit Schnäuzer, Dackelblick, Spazierstock und Melone stand in mehr als 350 Rollen vor der Kamera. Das Ballettensemble tanzt das Ballett „Chaplin“ in der Choreografie von Barbara Buser. Weil die Theatermacher aktuell kaum einschätzen können, wie der „Schnellstart“ im Rosenthal-Theater nach der Corona-Starre aufgenommen wird – und wegen der Platzbeschränkungen –, wird der Ballettabend am Donnerstag, 10. Juni, wiederholt.

Einen Praxistest für die „Willkommenskultur“ verspricht wiederum das Theater Hof am Donnerstag, 17. Juni, in der Komödie „Willkommen“ von Lutz Hübner und Sarah Nemitz. Nächstenliebe und Toleranz treffen auf Pflichtgefühl und Vorurteile. Eine Milieustudie und Beziehungscomedy – intelligente Unterhaltung direkt aus dem Leben gegriffen. Regie führt Antje Hochholdinger.

„Bei mir bist du schejn“

Am Samstag, 19. Juni, geben die Hofer Symphoniker – natürlich in coronagerechter Besetzung – ein buntes Konzert mit beschwingten Melodien verschiedener Komponisten unter der Leitung von Martijn Dendievel.

Aus Anlass des Jubiläumsjahres „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ hat das Theater Hof einen Abend mit dem Titel „Bei mir bist du schejn“ zusammengestellt. Thilo Andersson und Julia Leinweber singen Songs jüdischer Komponisten, begleitet von einer kleinen Band. Dazu liest Schauspieldramaturg Thomas Schindler Texte jüdischer Autoren. Alles unterhaltend und heiter. Termin in Selb ist Mittwoch, 23. Juni.

Am Samstag, 26. Juni, holt die Jazzband „Heye’s Society“ ihr bereits für den letzten Herbst geplantes Konzert in Selb nach. Die Band konzentriert sich vorrangig auf Improvisationen über Musikthemen aus New Orleans und Chicago zwischen 1900 und 1930. Der Bandname ist eine Mixtur aus dem 1901 entstandenen Ragtime „High Society“, der natürlich auch im Programm ist, und dem Vornamen des Gründers und Schlagzeugers der Band, Heye Villechner.

Premiere in Selb

Stefan Eichner, bekannt als „Das Eich“, ist seit zwei Jahren mit seinem Reinhard-Mey-Abend bundesweit mit großem Erfolg unterwegs. Auch in Selb gab er sein erstes Mey-Programm bereits. Am Samstag, 3. Juli, gibt Stefan Eichner die erste Vorstellung seines neuen Reinhard-Mey-Programms 2021/22. Es ist also die Premiere in Selb.

Am Dienstag, 6. Juli, spielt das Theater Hof „Mutter Courage und ihre Kinder“, eine Chronik aus dem Dreißigjährigen Krieg von Bertolt Brecht mit der Musik von Paul Dessau.

Und am Donnerstag, 8. Juli, informiert das Theater Hof – voraussichtlich wie in den vergangenen Jahren mit Schauspieldramaturg Thomas Schindler – über den Spielplan 2021/22. Im Anschluss singen Ensemblemitglieder unter dem Titel „A Walk on the wilde Side“ Songs von den Rolling Stones, den Doors, Dusty Springfield, Leonard Cohen und Janis Joplin, begleitet von der Band des Theaters Hof unter Leitung von Michael Falk. Wegen der Platzbeschränkungen kann dieser Abend diesmal nicht kostenlos angeboten werden. Karten für die wenigen verfügbaren Plätze gibt es stattdessen im Vorverkauf.

Am Samstag, 10. Juli, schwingt schließlich der fränkische Comedian Jörg Kaiser den verbalen Kochlöffel. Kaiser war vor einiger Zeit in einer der „Selber Lachnächte“ zu Gast. In seinem aktuellen Programm „Schmarrnhinweise“ würzt er seinen ganz persönlichen „Kaisers-Schmarren“ mit bitterbösen Pointen und einer Prise schwarzem Humor.

Karten und Information

Eintrittskarten für die beschriebenen Veranstaltungen gibt es ab sofort nur bei „Leo’s Tee und Mehr“ in Selb, Ludwigstraße 27, 09287/4524. Die Karten sind für den prall gefüllten Programmblock sehr günstig zu bekommen, heißt es in der Mitteilung. Das soll dem Publikum den Neustart in der Kultur unter den im Moment doch außergewöhnlichen Umständen erleichtern.

Für weitere Informationen steht das Kulturamt unter Telefon 09287/883119 und 883120, E-Mail: kulturamt@selb.de, zur Verfügung. Aktuelle Informationen gibt es natürlich auch im Internet unter www.selb.de.

Regeln für den Theaterbesuch
Für den Theaterbesuch gelten im Moment strenge staatliche Vorgaben, die natürlich alle Veranstalter erfüllen müssen. Aktuell dürfen nur Besucher ins Rosenthal-Theater kommen, die vollständig gegen Corona geimpft sind, von Corona genesen sind, oder eine aktuelle, negative SARS-CoV-2-Testung nachweisen können. Die Nachweise müssen beim Einlass im Theater vorgelegt werden. Sonst gelten die gleichen Regelungen wie in der kurzen Periode im September und Oktober 2020, in der vor dem zweiten Lockdown gespielt werden konnte. Aufgrund der aktuellen Entwicklungen müsse damit gerechnet werden, dass es ganz schnell Änderungen geben kann, heißt es. Darüber werde so schnell wie möglich informiert, spätestens aber vor den Veranstaltungen am Einlass im Theater.
red

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