Der Schauspieler, der längst auch Regie führt und als Produzent sowie als Autor arbeitet, feierte gestern, man glaubt es kaum, seinen 60. Geburtstag. Nach einer Kindheit in der Bronx und einer Jugend im Internat studierte der am 28. Dezember 1954 in Mount Vernon im Staat New York geborene Sohn eines Predigers Journalismus und Dramaturgie. "Als ich im College als junger Schauspieler nach meinem Berufswunsch gefragt wurde, sagte ich: 'Der beste Schauspieler der Welt werden' ", verriet er, als er 2002 für die Rolle eines korrupten Cops in "Training Day" seinen zweiten Oscar erhielt; vor ihm war als einziger Afroamerikaner Sidney Poitier 1964 als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden. Den ersten Oscar hatte Washington bereits 1990 für seine Rolle in dem Bürgerkriegsdrama "Glory" als bester Nebendarsteller erhalten. Die Film- und Fernsehkarriere des vierfachen Vaters, der seit 1983 mit der Schauspielerin, Sängerin und Pianistin Pauletta Pearson verheiratet ist, begann in einer Serie: Von 1982 bis 1988 spielte er den sympathischen Dr. Phillip Chandler in "Chefarzt Dr. Westphall"; zuvor hatte er auch am Theater in Off-Broadway- und Broadway-Stücken auf sich aufmerksam gemacht. Vom südafrikanischen Freiheitskämpfer Steven Biko in Richard Attenboroughs Rassendrama "Schrei nach Freiheit" (1987) über Tom Hanks Anwalt im Aids-Drama "Philadelphia" (1993) bis hin zum reaktivierten CIA-Agenten Robert McCall in "The Equalizer" (2014) - allen noch so unterschiedlichen Figuren verleiht der hochgewachsene Darsteller die nötige Gefühlstiefe und Glaubwürdigkeit. Dass er in seinen Filmen meist für das Gute und für Gerechtigkeit kämpft, hat seine Entsprechung in der Wirklichkeit: Auch privat setzt sich Denzel Washington für soziale und politische Projekte ein, vor allem, wenn sie der Förderung afroamerikanischer Kinder dienen.
Kunst und Kultur Der Beste werden
Von Kerstin Starke 29.12.2014 - 00:00 Uhr