Mannheim - Schön war er nicht. Aber großartig. Der Prächtige, Außerordentliche, il Magnifico ließ sich Lorenzo de' Medici schon zu Lebzeiten nennen. Dass er sich und den Seinen vor der florentinischen Gesellschaft den Anstrich noblen Bürgertums gab, war durchsichtige Behauptung. Denn Denkart und Lebensstil übernahm er mit allen dazugehörigen einschüchternden Schauwerten der Hocharistokratie. 1449 geboren, sollte der Autokrat mit dem finster-grobschlächtigen Gesicht nur 43 Jahre alt werden. Aber schon in jungen Jahren weiteten hochkarätige Erzieher seinen Verstand und Geschmack, sodass er als erst 20-Jähriger in seine Rolle als humanistischer Denker und Disputant, als Dichter, gebefreudiger Förderer der Künstler und Vermehrer der Kunstschätze seiner Heimatstadt eintreten konnte - und sich zugleich als skrupelloser Bankier, geldschwerer Machtpolitiker, grausamer Rachegeist behauptete.