Wie lange braucht man wohl dafür, um sich ein Denkmal auf Lebenszeit zu schaffen? Gerade mal 15 Minuten. Denn genau in dieser kurzen Zeit soll Matt Groening auf einem Blatt Papier fünf dottergelbe Figuren entworfen haben. Damals war es dem arbeitslosen Comiczeichner, der am heutigen Samstag 60 Jahre alt wird, noch nicht bewusst, welchen Stein er damit ins Rollen bringen würde. Denn mit seinen gelben Charakteren schuf Groening eine Zeichentrickserie, die wie keine andere die weltweite Popkultur und Fernsehlandschaft geprägt hat: "Die Simpsons". Ursprünglich sollte Groening einen Pausenfüller für eine etablierte TV-Show entwerfen. "Die Simpsons" begannen ihre Karriere als kurzer Cartoon in der Tracy Ullman Show. Doch die gelbe Chaos-Truppe war schnell so beliebt, dass der Fernsehsender Fox ein eigenes Format daraus machte. 1987 trat die glupschäugige Comic-Familie um Vater Homer zum ersten Mal im US-Fernsehen auf. Eine Zeichentrickserie für Erwachsene zur besten Sendezeit gab es bis dahin noch nie. Groening griff mit seinen "Simpsons" alle Tabuthemen auf. Keine Sache war ihm zu heikel: Politiker, Hippies, Waffennarren, Schwule, Umweltschützer, Feministinnen, Rassisten, religiöse Fanatiker - in den 20-minütigen Episoden bekam einfach jeder sein Fett weg. Mit den "Simpsons" schuf Groening ein gelbes Universum mit eigenen Regeln. Ende der Neunziger entwarf er dann sein zweites Zeichentrick-Juwel: die Serie "Futurama", die sich nicht hinter der gelben Kultfamilie zu verstecken braucht. Dank der beiden Serien gilt Groening heute als einer der berühmtesten Comiczeichner der Welt. Und doch wissen wir erstaunlich wenig über ihn. Er macht sich rar in der Öffentlichkeit, hat keine eigene Homepage und gibt extrem selten Interviews. Am liebsten verbreitet Groening seine Meinung durch seine gezeichneten Charaktere.
Kunst und Kultur Gelbes Universum
Von Alina Juravel 15.02.2014 - 00:00 Uhr