Am Anfang stand der Elefant und nicht der Bär. Aber mit dem Bären war am meisten Geld zu machen. Bei einer Auktion 2002 erhielt eine US-Amerikanerin für einen Steiff-Teddy aus dem Jahr 1926 den Zuschlag für alles in allem 156 200 Euro. Schon im Jahr 2000 brachte ein Plüschbär vom Typ 28 PB 125 000 Euro - der älteste jemals versteigerte Teddybär: 1904 hatte er das Licht der Kinder- und der Sammlerwelt erblickt, noch vor dem Boomjahr 1907. Damals stellte Margarethe Steiff fast eine Million Exemplare her, von denen sie neunzig Prozent nach Amerika exportierte. Und doch stand am Anfang der Elefant; und der war gar nicht als Spielzeug gedacht: Ein fremdes, zufällig gefundenes Muster erprobend, nähte Margarete Steiff 1880 das kleine Tier als Nadelkissen für die handarbeitende Hausfrau zusammen, deren Nachwuchs sich indes unvermutet heftig auf das possierliche Tierchen stürzte. 1885 produzierte der Kleinbetrieb der - seit einer Kinderlähmung an den Rollstuhl gefesselten, doch lebensfrohen, erfinderischen und kinderlieben - Prinzipalin schon 600 der Stoff-Dickhäuter, im Jahr darauf 5000. Neue Tiermodelle kamen hinzu, weitere Arbeiterinnen stellte die Chefin ein, die 1847 im schwäbischen Giengen zur Welt kam und am heutigen Samstag vor hundert Jahren in ihrer Heimatstadt einer Lungenentzündung erlag. Da war sie - die nach dem Willen ihrer Mutter noch nicht einmal eine einfache Schneiderin hätte werden sollen - zur Leiterin eines international profitablen Unternehmens aufgestiegen. Paradoxerweise wollte sie vom späteren Spitzenprodukt ihrer "Filzspielwarenfabrik" zunächst nicht viel wissen: Den Teddy mit beweglichem Kopf und ebensolchen Gliedern erfand nicht sie, sondern ihr Neffe Richard 1902; "Bärle" hieß er erst. Einen wahren Teddy-Boom löste der anschmiegsame Spielgefährte alsbald aus. Seit 1904 tragen er und all seine Tier-Freunde den berühmten Knopf im Ohr. Den ziert heute einfach der Namenszug "Steiff"; anfangs war ihm ein Elefant aufgeprägt.