Bad Steben - Die Reiseziele und
-routen von Fraas sind unschwer zu erkennen und nachzuvollziehen: Italien und Griechenland immer wieder, Ungarn und Tschechien nur ausnahmsweise. Aber wohin reist Ott? Seine Camera Obscura - ein Gerät, dessen Prinzip schon Aristoteles erkannte - stellte er in Joditz, am Untreusee und am Theresienstein auf, an Orten also, die er ohne zu reisen erreicht. Harry Kurz sagte denn auch, Ott reise in die Umgebung, zu Flohmärkten "und im Kopf". Was er heimbringt, kann "Transparenz der Gedanken" heißen oder "Fragmente einer anderen Zeit". Fotografische Verfahren, die längst nicht mehr en vogue sind, macht sich der Künstler zunutze; Begriffe wie Kallitypie, Cyanotypie und Pochoir (eine Art von Schablone) sind auf der Liste seiner Exponate zu lesen. Doch ein Altmodischer ist der 36-Jährige, der in Stadtsteinach geboren wurde und als Diplom-Betriebswirt die Hofer Hochschule verließ, mitnichten. Auch Videos und allerneueste mediale Entwicklungen, wie den QR-Code, bezieht er in seine Kunst mit ein.