Als erste Science-Fiction-Kinoproduktion, deren Spezialeffekte hauptsächlich aus dem Rechner kamen, gilt "The Last Starfighter": In der recht simplen Mär erzählte Regisseur Nick Castle 1984 von einem jungen Underdog, der als Meister eines Computerspiels von Außerirdischen angeworben wird, um die am Bildschirm perfektionierten Fertigkeiten in einem wirklichen Krieg intergalaktisch zu erproben. Jetzt, dreißig Jahre später, soll wieder ein Starfighter im Film mitwirken - der Starfighter. Keine versponnene Abenteuerreise im All steht diesmal zu erwarten, sondern realer, tödlicher Aufprall auf Mutter Erde. Kampfjets mit dem kosmischen Namen - vom US-Unternehmen Lockheed unter der Typenbezeichnung F-104 kreiert - starteten ab 1961 mit viel Rückenwind von Politik, Technikern und Fliegern; allerdings mochten, trotz sensationeller Flugeigenschaften und Einsatzmöglichkeiten, keineswegs alle am Himmel bleiben: Im Lauf einer katastrophalen Absturzserie verloren 116 Bundeswehrpiloten ihr Leben. Dabei waren die Flugzeuge der "ganze Stolz" des Verteidigungsministers, der sie in Dienst stellte - er hieß Franz Josef Strauß -; doch die fast tausend Jets entpuppten sich als vier Milliarden Mark teurer Missgriff. Schon bei den Proben zur feierlichen Einführung havarierten vier Maschinen; kein Insasse überlebte. "Witwenmacher" hießen die Starfighter im Volksmund. So lautet denn auch der Titel, unter dem RTL die Tragödie zurzeit - und noch bis zum 20. August - verfilmt. Als Regisseur verpflichtete das Privatfernsehen Miguel Alexandre, dessen Udo-Jürgens-Biopic "Der Mann mit dem Fagott" beim Publikum gut ankam. Zu erwarten, heißt es, sei "die fiktive Geschichte einer großen Liebe und des ungleichen Kampfs einer Pilotenwitwe gegen das übermächtige Bündnis aus Politik, Wirtschaft und Militär". Nicht zu erwarten ist wohl, was aus "The Last Starfighter" wurde: ein Roman, ein Computerspiel, ein Musical.