Kunst finde nicht nur hinter dem Sichtbaren statt, sondern auch dort, wo das Sagbare endet, meinen manche jener Maler und Zeichner, die sich von der Welt der Gegenstände entfernen. Ideen dieser Art folgen zwei Frauen und ein Mann, die ab Donnerstag in Rehau ihre Bilder und Objekte zeigen. Die Ausstellung der Künstlergemeinschaft „Projekt.8“ heißt „Jenseits der Worte“. Seinen Vornamen verdankt John Schmitz, der 1969 in München geborene Gründer des Trios, seiner aus England stammenden Mutter. Parallel zum Kunststudium an renommierten Privatschulen hat er sich zum Ofenbaumeister ausbilden lassen und macht vom Erlernten auch Gebrauch, abends vor allem. Tagsüber gehen künstlerische Fleißarbeiten voraus. Seit er des Aktzeichnens überdrüssig wurde, beschreibt er Papierbögen auf obsessiv wirkende Weise, indem er Zeile für Zeile liegende Achten, ein Zeichen für die Unendlichkeit, wie Kettenglieder aneinanderfügt. Dabei nutzt er Stifte und Federn, Tuschen und Tinten, meist schwarz auf weiß, aber auch schon mal umgekehrt. Man könnte sein Zeichnen als Suche nach einer speziellen Form der Wahrheit ansehen, aber auch als endlose Bemühung, die den Qualen des Sisyphos gleicht, jener mythologischen Figur, der auferlegt ist, einen Stein endlos bergauf zu rollen. Dass er dennoch zu den Glücklichen zählt, hat Albert Camus in einem philosophischen Essay von 1942 nachzuweisen versucht. Als ziemlich sicher kann gelten, dass sich die Kunst des John Schmitz mit grundlegenden existenziellen Fragen beschäftigt. Ganz sicher ist, dass sie einen eigenständigen und außerordentlichen Charakter besitzt. Zudem passt sie perfekt zum traditionellen Markenkern des Kunsthauses Rehau.