Der Bus fährt zu diesem Zeitpunkt schon eine Zeit lang hinter einem Lastzug her, der fünf Tonnen Schaumstoffkissen von der Ukraine nach Frankreich bringt. Auch dieser Fahrer ist ausgeruht. Nur 19 Kilometer vor der Unfallstelle hatte der Lkw-Fahrer eine Stunde lang gerastet. Als er den Stau bemerkt, bremst er ab. Die Auswertung des Fahrtenschreibers wird später zeigen, dass er seine Geschwindigkeit schrittweise von 80 auf nur noch 28 Stundenkilometer reduziert - "eine ganz normale Bremsung" sagt Polizeidirektor Horst Thiemt, der Chef der Verkehrspolizeiinspektion Hof. Nur der Fahrer des nachfolgenden Busses bekommt sie viel zu spät mit. Mit 60 bis 70 Stundenkilometern Anstoßgeschwindigkeit prallt er auf den Auflieger des Lkw. Im allerletzten Moment, finden die Gutachter später heraus, lenkt der 55-Jährige den Bus noch nach rechts in Richtung Standstreifen und tritt wohl auch noch auf die Bremse. Damit trifft er eine Entscheidung, die ihn das Leben kostet. Der Bus trifft den Lkw nun nicht mehr auf voller Breite. Die ganze Wucht des Aufpralls konzentriert sich auf einen 60 Zentimeter breiten Bereich links an der Front. Samt dem Fahrersitz wird dieser Abschnitt bis zu zwei Meter tief in den Bus gedrückt. Es ist gut möglich, dass der Fahrer jetzt schon tot ist. Als seine verkohlte Leiche später geborgen wird, ist das Schloss des Sicherheitsgurts noch geschlossen, sagt Jochen Götz, Pressesprecher der Hofer Staatsanwaltschaft.