Weiden - Beim Versuch, einen Neonazi-Aufmarsch am 1. Mai zu verhindern, hat die Stadt Weiden eine Niederlage vor dem Verwaltungsgericht Regensburg erlitten. Das Gericht gab einer Klage statt, die sich gegen das Veranstaltungsverbot der Stadtverwaltung wandte. Allerdings kann Weiden einen Teilerfolg verbuchen. So haben die Richter entschieden, dass die Demonstration zwei Stunden später beginnt als von den Veranstaltern gewünscht. Zudem müssen die Teilnehmer mit ihrem Zug die Innenstadt weitgehend meiden. Wie Ordnungsamtsleiter Gerhard Büttner am Donnerstag der Frankenpost erläuterte, prüft die Stadt Weiden noch, ob sie gegen das Regensburger Urteil Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof in München einlegt. Angemeldet wurde die Demonstration von Tony Gentsch aus Töpen (Landkreis Hof). Er gilt als maßgeblicher Funktionär des "Freien Netzes Süd", einer Nachfolgeorganisation der rechtsextremen "Kameradschaften" in der Region. Gentsch muss sich gegenwärtig vor dem Amtsgericht Hof wegen Volksverhetzung verantworten, weil ihm Beteiligung an der Verbreitung sogenannter "Schulhof-CDs" mit rechtsradikalen Hetzliedern vorgeworfen wird. Im vergangenen Jahr trat er für die NPD zur Bezirkstagswahl an. Bereits am 7. Februar dieses Jahres hatte sich die rechtsextreme Szene zu einer Kundgebung in Weiden getroffen. Damals hatte die Polizei 120 Teilnehmer gezählt. Für den 1. Mai sind nun 200 Demonstranten angekündigt. J. D.