Politik ist manchmal ein verzwicktes Geschäft - das zeigen ganz aktuell die merkwürdigen Vorgänge rund um die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2018. In Freiburg votierten die Grünen auf ihrem Bundesparteitag gegen dieses gigantische Sportspektakel in Bayern - und lösten mit ihrer Entscheidung im fernen München allergrößte Verwirrung aus. Denn dort unterstützen die Grünen-Stadträte die Bewerbung Münchens um die Spiele von Anfang an. Und sie bleiben auch jetzt bei ihrem Ja - trotz des Vetos auf dem Bundesparteitag. Unverändert rühmen die Münchener Rathaus-Grünen die Pläne für die olympischen Winterspiele als "ökologisch nachhaltig" - ganz im Gegensatz zur Bundespartei, der die "Schäden an Natur und Umwelt" sowie die ungeheueren Kosten im höchsten Maß missfallen. Und zwischen allen Stühlen sitzt - im wahrsten Sinn des Wortes - Claudia Roth: Als Mitglied im Kuratorium der Münchener Bewerbungsgesellschaft möchte sie die Olympischen Winterspiele nach Bayern holen, aber als Vorsitzende der grünen Bundespartei muss sie das Projekt auf einmal ablehnen - das verstehe, wer will. Selbst Roths Austritt aus dem Kuratorium wird diesen Zwiespalt nicht beenden können.