Landesliga-Relegation Bitteres Ende einer Party

Der VfR Katschenreuth ist im Relegationsspiel zur Fußball-Landesliga wohl selbst ein wenig von der Stimmung und der 3:1-Führung überrumpelt. Dann dreht der Gast aus Ebersdorf mächtig auf.

Das hatte sich der VfR Katschenreuth ganz anders vorgestellt: Der Vizemeister der Fußball-Bezirksliga Ost hatte für das große Relegationshinspiel gegen den SC Sylvia Ebersdorf alles für eine große Party vorbereitet – nicht nur neben dem Platz mit der stattlichen Zuschauerkulisse von knapp 1000 Zuschauern, sondern auch auf dem Feld. Die Elf von Trainer Detlef Zenk führte gegen den Landesligist zu Beginn der zweiten Halbzeit bereits mit 3:1. Der Weg zum wichtigen Heimsieg war also bereitet.

Doch am Ende feierten nicht die Katschenreuther den größten Triumph ihrer Vereinsgeschichte, sondern die Gäste aus dem Coburger Land, die mit ihrer Erfahrung dem Außenseiter noch eine Lehrstunde in Sachen Kaltschnäuzigkeit erteilten.

Aber der Reihe nach: Katschenreuth ging früh durch einen Abstauber von Moritz Ammon in Führung. Er drückte einen Abpraller über die Linie – und ließ den Großteil der 890 Zuschauer ausflippen (5.). Die mussten dann einen VfR-Mann trösten: Torhüter Andreas Weith wollte einen Ball ins Mittelfeld klären, schoss dabei aber den Ebersdorfer Lukas Werner so unglücklich an, dass der Ball ins Tor rollte (23.). Allerdings: Schon zuvor hatten die Gäste aussichtsreiche Aktionen, weshalb der Treffer zum 1:1 nicht aus dem Nichts kam, sondern verdient war.

Doch Katschenreuth kämpfte sich zurück ins Spiel – und erzielte die so wichtige Führung vor der Pause. Fabio Konrad war aus Kurzdistanz zur Stelle (43.). Als er dann noch nach dem Seitenwechsel mit einem Traumtor das 3:1 nachlegte, schien der VfR obenauf – und auf dem Weg in die nächste Relegationsrunde.

Doch das Ende der Party kam dick. Partykiller war Tayfun Özdemir. Der frühere Regionalliga-Spieler drehte in der Schlussphase das Spiel noch. Womöglich wäre es aber gar nicht dazu gekommen, wenn Ebersdorf nicht so schnell nach dem 3:1 (53.) den Anschlusstreffer zum 2:3 erzielt hätte. Durch Fabian Bergmanns Einzelaktion war Sylvia wieder zurück im Spiel. Alles war offen – und dem VfR rutschte das Herz in die Hosen.

Mit all seiner Erfahrung ließ Özdemir die VfR-Stimmungskulisse verstummen. Erst spitzelte er den Ball ins Netz (77.), dann erzielte er eine Minuten vor Ende der regulären Spielzeit den glücklichen Siegtreffer für die Gäste. red

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