Landkreis Hof Zu Besuch in privaten Gärten

Elfriede Schneider
Einen Wohlfühlgarten hat Manuela Krauß Foto: Privat

Nach der Corona-Pause ist am Sonntag erstmals wieder Tag der offenen Gartentür. Im Landkreis Hof kann man sich in sieben privaten Paradiesen umsehen.

Zweimal musste der Tag der offenen Gartentür wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Heuer findet er erstmals wieder wie gewohnt am letzten Sonntag im Juni statt. Im Landkreis Hof laden am 26. Juni von 10 bis 17 Uhr sieben Gartenbesitzerinnen und -besitzer in ihr grünes Reich ein. Vier Gärten sind neu, die drei anderen machen bereits seit  Jahren bei dieser Aktion mit. Jeder Besucher ist willkommen, der Eintritt ist frei.

Englischer Stil

Doris und Konrad Bunzmann, Tiefengrüner Straße 9 in Tiefengrün

Der Garten zeigt eine Situation, wie sie viele kennen: Das Haus ist gebaut, jetzt muss noch die Fläche außenrum gestaltet werden. Doris Bunzmann ging die Sache gründlich an, eignete sich viel Wissen an und gestaltete im Lauf der Jahre einen heimeligen Wohngarten im englischen Stil mit üppig blühenden Rosen, Clematis und vielen Stauden. Auch Pflanzenraritäten sind dabei. Bei ihr kann man auch das in letzter Zeit modern gewordene Blackboxgardening sehen: Die Stauden samen sich selbst aus und kommen teilweise an überraschenden Plätzen zum Blühen.

Berühmter Garten

Helge und Erich Bunzmann, Tiefengrüner Straße 7 in Tiefengrün

Der Garten an einem denkmalgeschützten Vierseithof dürfte der bekannteste Privatgarten im Kreis Hof sein. Er war in Fernsehbeiträgen zu sehen, Magazine haben über ihn berichtet und Reisegruppen kommen teilweise von weither, um zu sehen, wie ansprechend man den Raum um einen ehemaligen Bauernhof gestalten kann. Einmalig im Landkreis ist das Birnenspalier mit Bäumen vom Großvater. Wie jedes Jahr, bietet Familie Bunzmann Kaffee, Kuchen und Brotzeiten an.

Wohlfühlen mit Rosen

Manuela Krauß, Jean-Paul-Straße 12a in Oberkotzau

Dieser Garten ist ebenso wie der unmittelbar daneben liegende von Jürgen Scharf heuer erstmals für Besucher geöffnet. Manuela Krauß hat an ihrem Wohnhaus und am Nachbarhaus, das als Ferienwohnung vermietetet ist, einen sehr gepflegten Wohlfühlgarten geschaffen. Auf tausend Quadratmetern wachsen Bäume, etwa 60 Rosen und üppige Stauden, als schöne Blühinseln gestaltet. Dazwischen laden mehrere liebevoll dekorierte Sitzplätze zum Ausruhen ein. Im Wintergarten gedeihen mediterrane Pflanzen. Parkmöglichkeiten gibt es am Porschnitzweg.

Garten der Generationen

Annerose Nitsche, Am Reußenberg 15 in Wüstenselbitz-Burkersreuth

Dieser weitläufige Garten an einem ehemaligen landwirtschaftlichen Anwesen verdankt seine Schönheit dem Fleiß von mehreren Generationen. Entsprechend vielfältig ist die Gestaltung um den zentralen Schwimmteich mit der vorbildlich gestalteten Trockenmauer. Wegen der vielen Schnecken wächst das Gemüse in Hochbeeten. Am Rande der Streuobstwiese gedeihen auch ausgefallene Beerensorten. Autofahrer können am Schützenhaus hinter der Gaststätte Birkenhof in der Schützenstraße 22 parken.

Grüne Zimmer

Familie Nowak, Carlsgrüner Weg 1a in Lichtenberg

Dieser naturnah gestaltete Garten ist bereits seit Jahren beim Tag der offenen Gartentür zu sehen. Sträucher und Bäume gliedern die 3000 Quadratmeter Meter große Fläche und schaffen intime grüne Zimmer. In mehreren Steingärten wachsen Pflanzenraritäten, auf Sitzplätzen können die Besucher in Ruhe die Pflanzen ringsum betrachten.

Gestein und Wasser

Jürgen Scharf, Jean-Paul-Straße 14 in Oberkotzau

Ganz anders als die sonstigen an diesem Tag zu sehenden Gärten ist dieses Kleinod gestaltet. Die optische Hauptrolle spielen hier verschiedene Gesteinsarten aus der Umgebung. Mehrere Wasserstellen und ein Wasserlauf geben diesem Wohngarten eine asiatische Anmutung. Außergewöhnlich sind auch die Terrasse im Industrial-Style und die Blockhaus-Sauna. In der Jean-Paul-Straße gibt es kaum Parkmöglichkeiten. Es empfiehlt sich, das Auto am Porschnitz-weg abzustellen.

Blühende Wiese

Familie Wunderatsch, Baiergrün 6, einem Ortsteil von Helmbrechts

Der zertifizierte Naturgarten bietet mit Wildsträucherhecken, Bäumen und einem kleinen Teich zahlreichen Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf. Die Wiese darf blühen, bevor Heu für die Schafe gemacht wird, die für den natürlichen Dünger sorgen. Obst- und Beerensträucher ergänzen die Kräuter- und Gemüsebeete. Stauden, Rosen und Sommerblumen und die zahlreichen Sitzplätze machen aus dem harmonisch gestalteten Ensemble einen Wohlfühlgarten.

Austausch fördern

Ziel beim Tag der offenen Gartentür ist es, gute Gestaltungsmöglichkeiten zu zeigen und den Austausch zwischen garteninteressierten Menschen zu fördern. Der Kreisverband Hof für Gartenbau fördert den Naturgarten als Gegengewicht zu Irrwegen in der Gestaltung wie Schottergärten oder übermäßige Versiegelung. Veranstaltet wird der bayernweite Aktionstag gemeinsam von den Kreisfachberatungen für Gartenbau und Landespflege an den jeweiligen Landratsämtern und den Bezirksverbänden. Wer über den Landkreis Hof hinaus private Gärten besuchen will, findet die Möglichkeiten nach Landkreisen geordnet im Internet:

 

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