Statistik ein klein wenig erfreulicher Landkreis Wunsiedel schrumpft langsamer

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Der Landkreis Wunsiedel ist nach wie vor stark überaltert. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Sebastian Kahnert

Der Landkreis Wunsiedel wird laut den aktuellen Berechnungen weiter Einwohner verlieren. Allerdings sind die Verluste nicht mehr ganz so dramatisch.

Wunsiedel - Ist das Glas halb voll oder halb leer? Die Zahlen der Bevölkerungsvorausberechnung des Landesamtes für Statistik für den Landkreis Wunsiedel lassen sich trefflich interpretieren. Pessimisten werden sich wahrscheinlich bestätigt fühlen, dass die Einwohnerzahl bis 2040 voraussichtlich weiter schrumpft – und das nicht zu knapp. Die Statistiker berechnen einen Einwohnerverlust von minus 8,9 Prozent.

Es gibt aber auch die Sichtweise der Optimisten, wie etwa des Landrats Peter Berek, der in der Statistik viel Positives erkennen kann. So schreibt das Landratsamt in einer Mitteilung, dass das Fichtelgebirge bereits seit einigen Jahren bei der Bevölkerungsentwicklung einen positiven Trend verzeichne. „Der Bevölkerungsrückgang hat sich spürbar verlangsamt und von den Zeiten, als in der Region eine ,der-Letzte-macht-das-Licht-aus-Stimmung’ herrschte, ist man inzwischen meilenweit entfernt. Die Zahlen der neuesten regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Landesamtes Bayern zeigen es deutlich: Der positive Trend festigt sich weiter.“

„2008 war die Berechnung desaströs“

Die Berechnung hat stets die nächsten beiden Dekaden zum Gegenstand. Sie zeigt auf, wie sich die Bevölkerung in den Landkreisen und kreisfreien Städten in den kommenden 20 Jahren entwickeln wird, wenn die bisherigen Trends zu Geburten, Sterbefällen und Wanderungen anhalten.

„Die Berechnung aus dem Jahr 2008 war desaströs“, erinnert sich Landrat Peter Berek. „Damals wurde uns ein Bevölkerungsrückgang von minus 21,7 Prozent vorhergesagt; wir waren das Schlusslicht in Bayern. Dank der intensiven Arbeit aller gesellschaftlichen Kräfte hat sich die Situation im Laufe der Jahre kontinuierlich verbessert.“ Im Vergleich zu den Zahlen aus dem Jahr 2020 (minus 11,4 Prozent) hat der Landkreis Wunsiedel erneut fast drei Prozentpunkte gut gemacht und befindet sich mit minus 8,9 Prozent erstmals sogar im einstelligen Bereich. „Das ist ein absoluter Erfolg für die ganze Region“, freut sich daher Landrat Berek.

Die Zahlen zeigen auch, dass sich die Bevölkerung im Landkreis weiter verjüngen wird. Beim sogenannten Jugendquotienten belegt der Landkreis Wunsiedel unter allen oberfränkischen Landkreisen den ersten Platz. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung bis zum Jahr 2040 sinkt im Fichtelgebirge vergleichsweise am meisten. Tatsache ist jedoch auch, dass der Landkreis derzeit noch als überaltert gilt.

Anteil der älteren Einwohner ist hoch

Auf der anderen Seite steigt aber auch der Altersquotient. 2040 kommen auf 100 Bürger im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren rein statistisch 62,4 Menschen, die älter als 65 Jahre alt sind.

Die Gründe für die positive Entwicklung liegen aus Sicht von Landrat Peter Berek auf der Hand: „Seit Jahren ziehen hier in der Region alle gesellschaftlichen Kräfte an einem Strang und werben mit einer Stimme für das unschlagbare Gesamtpaket, das wir hier im Fichtelgebirge zu bieten haben. Das zahlt sich aus und dafür möchte ich mich bei allen, die mithelfen, von Herzen bedanken. Mein Dank gilt hier auch ausdrücklich dem Freistaat Bayern, der unsere Projekte intensiv begleitet und finanziell unterstützt.“

In der Tat hat der Landkreis Wunsiedel in den vergangenen Jahren unter anderem von Behördenverlagerungen profitiert, die allerdings noch nicht abgeschlossen sind. So steht unter anderem mit dem Neubau einer Justizvollzugsanstalt in Marktredwitz das größte Projekt an.

Erfolgsfaktoren sind aus Bereks Sicht die hohe Lebensqualität in der Region, die besonders bei jungen Familien mehr und mehr ankommt, moderate Lebenshaltungskosten, steigende, aber weiterhin bezahlbare Mieten und Immobilienpreise, Sicherheit für Familien, die hochwertige Bildungslandschaft, innovative Unternehmen sowie die Möglichkeit, wertvolle Freizeit in der Natur gestalten zu können. All das mache den Landkreis aus.

Ein erfolgreicher Freiraum

„Wir werben erfolgreich als der Freiraum für Macher und als Freiraum Fichtelgebirge. Diese Schlagworte entsprechen der Realität. Dass Freiraum zum Leben ein hohes Gut ist, hat uns die Corona-Pandemie eindrucksvoll gezeigt“, sagt Berek laut der Mitteilung. Und weiter: „Nicht zuletzt aus diesem Grund bin ich mir sicher, dass wir trotz einiger pandemiebedingter Rückschläge den positiven Trend in den kommenden Jahren weiter verbessern können. Das Fichtelgebirge ist eine Zukunftsregion.“ M. Bäu./red

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