Regierungserklärungen sind für einen Ministerpräsidenten anstrengend. Erst muss man selbst eine Stunde lang reden und dann den anderen drei Stunden zuhören. Um sich aufzulockern, geht Markus Söder (CSU) deshalb gern im Plenarsaal umher, ändert die Perspektive, setzt sich auf freie Plätze. Dieses Mal nutzte er den von Freie-Wähler-Fraktionschef Florian Streibl, als dieser am Rednerpult stand. „Es ehrt mich, wenn Sie auf meinen Stuhl Platz nehmen“, lächelte Streibl dem Regierungschef zu, schwenkte seinen Blick dann aber auf Söders freien Sessel auf der Regierungsbank: „Wir können ja beizeiten mal tauschen!“ Bei solchen Angeboten kennt Söder aber nicht wirklich Spaß. „Versuchen Sie es!“, forderte er Streibl auf. Es war wohl lustig gemeint, klang aber ein wenig nach angedrohter Schulhofkeilerei. Streibl ließ es bleiben. Bloß keinen Koalitionskrach riskieren, nicht mal im Spaß.
Landtagskolumne Stühletausch im Maximilianeum
Jürgen Umlauft 03.12.2025 - 10:00 Uhr