Meist verhandelt die CDU-SPD-Koalition zuerst mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht, um eine Mehrheit zu bekommen. Zuletzt war das beim Polizeigesetz so. Beim aktuellen Doppelhaushalt wurden die Grünen und Linken zum Mehrheitsbeschaffer und konnten im Gegenzug ein paar eigene Wünsche durchsetzen. Alles in allem läuft das Verfahren geräuschlos.
Was ist mit Wagenknecht und den anderen?
In Sachsen war es zu der Konstellation gekommen, weil das BSW sich aus Sondierungsgesprächen mit CDU und SPD zurückzog. Auch in Sachsen-Anhalt könnte die Partei die Regierungsbildung beeinflussen. Gründerin Sahra Wagenknecht hat angekündigt, dass sich ihre Partei im Falle eines Einzugs in den Landtag bei Abstimmungen über Ministerpräsidenten-Kandidaten der AfD und der CDU in allen Wahlgängen enthalten werde. Da im dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit der abgegebenen Stimmen genügt, könnte es unter bestimmten Umständen zur Wahl eines AfD-Regierungschefs reichen. Da das BSW in Umfragen nur bei 4 Prozent lag, ist aber offen, ob die Partei überhaupt ins Parlament kommt.
Welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde schaffen, ist ohnehin eine zentrale Frage: Bei FDP und Grünen steht der Einzug in den Landtag auf der Kippe, auch die SPD steht in Umfragen vergleichsweise knapp über fünf Prozent. Sie alle setzen deshalb die Botschaft: Wer eine absolute AfD-Mehrheit verhindern wolle, müsse dieses Mal kleinere Parteien wählen. Je mehr Parteien es ins Parlament schaffen, desto unwahrscheinlicher wird eine von der AfD angestrebte Alleinregierung.