Was Handel und Hersteller von dem Vorschlag halten
Auch Philipp Hennerkes, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes BVLH, weist den Vorschlag zurück: "Die Angebote im Lebensmittelhandel stellen tagtäglich das bestmögliche Preis-Leistungs-Verhältnis dar. Die deutschen Händler kämpfen permanent mit Angeboten um die preissensiblen Kunden." Statt Verbraucher zu verunsichern und in Märkte einzugreifen, solle die Politik Verbraucher und Wirtschaft entlasten. Die Lebensmittelketten könnten günstiger anbieten, wenn Bürokratie und Auflagen abgebaut würden.
Die Rewe-Gruppe erklärte, bereits zahlreiche Maßnahmen umzusetzen, um günstige Produkte zugänglich zu machen. Preisaktionen und Treueprogramme sorgten für zusätzliche Preisvorteile. Kaufland betonte, steigende Lebenshaltungskosten stellten derzeit viele Menschen vor Herausforderungen. Eine bewusste Ernährung dürfe keine Frage des Geldbeutels sein. Die großen Handelsketten teilten mit, sinkende Preise direkt an Kunden weiterzugeben.
Auch die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie hält wenig von dem SPD-Vorstoß. "Die deutsche Lebensmittelwirtschaft steht für eine große Vielfalt sicherer Lebensmittel zu vergleichsweise bezahlbaren Preisen auch im europäischen Vergleich", sagt Geschäftsführerin Kim Cheng. Verbraucher hätten die Wahl zwischen Supermärkten, Discountern und Bioläden, Markenprodukten und Eigenmarke. "Wer sparen will, kann gezielt günstig einkaufen."
Bundesernährungsminister Alois Rainer setzt auf die üblichen günstigeren Angebote von Supermärkten und Discountern, um den Lebensmitteleinkauf erschwinglich zu halten. "Einen gesetzlich vorgeschriebenen Warenkorb lehne ich ab." Wenn Händler freiwillig etwas machten wie jetzt schon mit solchen Angeboten, sei es gut.
Was sonst noch gefordert wird
Wie zuletzt bereits Grüne und Verbraucherschützer sprach sich die SPD im Zusammenhang mit Lebensmitteln auch für ein schärferes Vorgehen gegen versteckte Preiserhöhungen - sogenannte Mogelpackungen - aus sowie eine staatliche Preisbeobachtungsstelle. Die Grünen-Bundestagsfraktion hatte kürzlich eine verpflichtende Preisvergleichs-App für Lebensmittel vorgeschlagen. So sollen Kunden Lebensmittelpreise live per App vergleichen können.