Lesermeinung zu Cannabis „Seltsamer Politikstil“

Die Debatte um Cannabis-Clubs läuft neu an, seit ein Gericht ein Verbot bestätigt hat. Eine erste Anbauvereinigung hatte in Oberfranken Cannabis an seine Mitglieder ausgegeben.

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Die Debatte um Cannabis-Anbauvereine läuft neu an– seit eine Anbauvereinigung hatte in Oberfranken Cannabis an die Mitglieder ausgegeben hatte und daraufhin von einer Behörde gestoppt wurde. Ein Leser kritisiert das Vorgehen in Bayern und schreibt:

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„Ja, natürlich darf man unterschiedlicher Meinung sein darüber, ob die Legalisierung von Cannabis gut oder schlecht ist. Als Arzt habe ich schon vor mehr als 40 Jahren die kontroversen Diskussionen unter Medizinern zu diesem Thema erlebt. Jetzt haben wir eine, zwar ziemlich verschwurbelte, aber gesetzliche Regelung darüber, wie Cannabis legal angebaut werden kann und wer Cannabisprodukte legal erwerben darf. Mehr war offenbar mit den Parteien im letzten Bundestag nicht durchsetzbar. Der neue Politikstil der CSU ist aber offenbar, bestehende Gesetze, sei es Bundes- oder Europarecht, zu ignorieren oder auszuhebeln. Wie es der US-Präsident im großen Stil vormacht. Anders kann man den Versuch, die Cannabis-Anbauvereine mit dem Baurecht lahmzulegen, nicht interpretieren. Wo liegt eigentlich das Problem? Brauchen jetzt auch Brauereien, Schnapsbrennereien und Winzer ein ‚sonstiges Sondergebiet’ für ihr Grundstück? Auch diese Betriebe verkaufen ja Drogen – Alkohol. Und das an jeden Menschen, der ausschaut, als wäre er älter als 18 Jahre. Gut, die Juristen sagen jetzt: Es gibt keine Gleichheit im Unrecht. Was den Cannabis-Anbauverein aber von den Alkohol-Herstellern unterscheidet: Bei ersteren handelt es sich um einen geschlossenen Kundenkreis. Und die Ware ist mit dem Mitgliedsbeitrag auch schon bezahlt. Irgendwie gleicht das der Solidarischen Landwirtschaft. Nur das Anbauprodukt ist ein anderes. Und für die SoLaWi reicht eine landwirtschaftliche Nutzfläche, nur ein großes Gewächshaus braucht eine Genehmigung.“ Dr. Klaus Schrader, Hof

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