Kann es so etwas überhaupt geben: das Schreiben von Lyrik als Beruf? Nora Gomringer führt als Vorteil an, dass in diesem Metier noch Zeit für anderes bleibt. Man könne am Leben teilnehmen, sagt sie, und zwar auf parasitäre Weise: „Vieles, was ins Gedicht einfließt, kommt vom Hören, auf der Straße, in der U-Bahn, wo auch immer.“ Ihre ersten eigenen Versuche waren „ganz klassisch“. Aber bald wurde das Alltägliche zum Thema – was sie so wahrnahm, im Dorf Wurlitz (Landkreis Hof) zum Beispiel, wo sie aufgewachsen ist. Sie probierte aus, was man mit der Sprache anfangen kann. Viel.