Leupoldsgrüner Haushalt Gemeinde am Wendepunkt

Sandra Hüttner

Der Kindergarten-Anbau steht im Zentrum des Leupoldsgrüner Haushalts für das Jahr 2022. Für die kommenden Jahre muss die Gemeinde den Gürtel enger schnallen.

  Foto: /Hüttner

„Angespannt und eine Herausforderung“ – so hat Kämmerer Marco Ordnung den Haushalt 2022 für Leupoldsgrün bezeichnet. Trotz allem habe man eine gute Lösung gefunden. Der Haushalt steht vor allem unter dem Vorzeichen „Anbau an den Kindergarten“. Die Abstimmung über das Zahlenwerk erfolgte mit der Gegenstimme von Ulrich Baierl, (Freie Wähler Gruppe), aber nur, da ihm die Unterlagen mit der finalen Fassung zur Einarbeitung und Vergleich nicht zeitig genug zur Verfügung standen. Dabei versicherte stellvertretender Bürgermeister Michael Hohberger, dass diese fristgerecht per Mail versandt worden sind.

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Seit einigen Jahren investiert die Gemeinde Leupoldsgrün kräftig. Lag das Gesamtvolumen des Zahlenwerks im Jahr 2019 bereits auf einem Spitzenniveau von 5,423 Millionen Euro, wird es heuer 5,678 Millionen Euro betragen. Da sich Bürgermeisterin Annika Popp (CSU) im Mutterschutz befindet, verlas die Stellungnahme zum Haushalt zweiter Bürgermeister Michael Hohberger (Bürgerforum Leupoldsgrün). „Das diesjährige Zahlenwerk stellt einen einschneidenden Wendepunkt dar, denn nach Jahren des Schuldenabbaus wird in diesem und im nächstem Jahr eine deutliche Kreditaufnahme notwendig sein“, verlas Hohberger. „In diesem Jahr holen uns leider die Preissteigerungen vor allem in der Baubranche ein und der geplante Kita-Anbau kostet uns leider deutlich mehr als ursprünglich veranschlagt.“

Annika Popp betonte aber, dass der Anbau neuer Räume dringend notwendig sei. „Das muss uns die junge Generation wert sein.“ Gemeinsam habe man die weiteren Ausgaben des Haushalts reduziert, um die Kreditaufnahme so gering wie möglich zu halten. „Dennoch verdoppeln wir in diesem Jahr unsere Pro-Kopf-Verschuldung“, bilanzierte Popp. „Uns ist bewusst, dass die Gemeinde in den kommenden Jahren den Gürtel enger schnallen muss, da gefühlt alles teurer wird.“ Zugleich versicherte die Bürgermeisterin, dass die weiteren Großprojekte Bauhofbau, Verbesserung der Wasserversorgung, Bau von Straßen und Plätzen und Glasfaserausbau nicht aufgehoben, aber für die nächsten Jahre erst einmal aufgeschoben seien. Marco Ordnung hatte den Haushaltsplan erstellt und führte die Mitglieder des Gemeinderats hindurch. „Wir müssen, nach der Erhöhung der Hebesätze der Grundsteuer A auf 365 von Hundert (bis dato 330) und B auf 350 von Hundert (330) im vergangenen Jahr heuer nicht wieder erhöhen.“ Die Anpassung war auch wegen geplanter Kreditaufnahmen erforderlich. „Der Satz für die Gewerbesteuer blieb und bleibt bei 380 unverändert.“ Den voraussichtlichen Schuldenstand beziffert Ordnung auf 798 534 Euro, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 674 Euro gleichkommt. Das Gesamtvolumen des Etats beträgt 5,678 Millionen Euro. Davon entfallen 2,699 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt und 2,979 Millionen Euro auf den Vermögenshaushalt, in dem die Investitionen der Gemeinde zusammengefasst sind. Ordnung listete die größten Positionen im operativen Geschäft auf. Dabei plant die Gemeinde mit Einnahmen in Höhe von 727 000 Euro bei der Einkommenssteueranteil, 432 000 Euro durch Schlüsselzuweisungen, 300 000 Euro für den Kindergartenzuschuss, 201 000 Euro aus Wassergebühren und 252 400 Euro an Gewerbesteuereinnahmen.

Auf der Sollseite belasten die Kreisumlage den Jahresetat mit 558 000 Euro, für die Förderung des Kindergartens hat der Finanzchef 504 000 Euro vorgesehen, die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft liegt bei 367 000 Euro und für Personalkosten und Aufwandsentschädigungen gibt die Kommune 265 000 Euro aus. Kämmerer Marco Ordnung ging auf die wesentlichen Investitionen ein. „Mit 1,4 Millionen Euro schlägt der Umbau des alten Schulhauses/Bürgerhauses noch zu Buche, was mit 47 Prozent den größten Posten der Ausgaben im Vermögenshaushalt ausmacht, der Kreuzungsumbau ist mit 491 000 Euro veranschlagt und die Erweiterung des Kita Sonnenhügel als Pflichtaufgabe der Kommune mit 400 000 Euro.“

Weiter investiert Leupoldsgrün in den Umbau der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik eine Summe von 222 400 Euro.