Lichtenberg - Am Türschild steht noch "Bürgermeister Quehl", doch im Chefzimmer residiert seit Dienstag ein anderer: das neue Stadtoberhaupt Kristan von Waldenfels. Kurz vor 7.30 Uhr kommt der Stichwahlgewinner und wohl auch jüngste Bürgermeister Deutschlands zum Rathaus. Heute muss er noch klingeln, doch wenig später übergibt ihm stellvertretender Bürgermeister Matthias Quehl, der seit dem überraschenden Tod von Amtsinhaber Holger Knüppel die Geschäfte führte, den Chip für die elektronische Schließanlage. Der Tod Knüppels ist auch der Grund, dass der neue Rathauschef sofort sein Amt übernimmt. "Es war schon eine unruhige Nacht mit vielen Gedanken hinsichtlich der ersten Termine und die Wichtigkeit der Aufgaben", erzählt Kristan von Waldenfels, der sich nach einem Kaffee sehnt. "Morgens brauche ich meine Tasse Kaffee oder Tee", gesteht er schmunzelnd und macht sich sogleich auf den Weg in die Brotzeitküche. Fehlanzeige - hier werkelt gerade die Reinigungskraft. Also abwarten. Dann zurück an den Schreibtisch, auf dem sich einiges türmt. "Das muss ich in Ruhe mal durchgehen, aussortieren, neu sortieren, und irgendwann werde ich das Zimmer auch neu einrichten." Holger Knüppel und Matthias Quehl haben von Waldenfels seit seiner Nominierung mit den Vorgängen in der Verwaltung vertraut gemacht. "Soweit es die Öffentlichkeit der Vorgänge zuließ", merkt er an. "Es wird auch in der Zukunft einer großen Zusammenarbeit bedürfen", sagt der neue Bürgermeister. Später am Tag trifft er sich mit dem Vorsitzenden der Verwaltungsgemeinschaft, Dieter Gemeinhardt, Issigaus wiedergewähltem Bürgermeister. "Es gilt, die Corona-Krise gemeinsam zu bewältigen, Stärke und Solidarität zu zeigen."