Linie Hof – München ÖBB-Tochter macht der Bahn Konkurrenz

Werner Rost
Diese Doppelstockzüge sollen künftig auf der Expresslinie Hof-München fahren. Foto: Werner Rost

Den Expresszug-Verkehr auf den Linien Hof-Regensburg-München und München-Furth im Wald-Prag haben Alex-Züge bedient. Jetzt gibt es eine Überraschung – und die kommt aus Österreich.

Hof/München/Prag - Eine große Überraschung für die Bahnbranche hat sich aus der Ausschreibung für den Expresszug-Verkehr auf den Linien Hof-Regensburg-München und München-Furth im Wald-Prag für die Jahre 2024 bis 2026 ergeben, auf denen bislang die Alex-Züge der Länderbahn fahren. Die landeseigene Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) kündigt den beabsichtigten Zuschlag der Linie nach Prag an die Allegra Deutschland GmbH an, einer neuen Tochter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Der Auftrag für die RE-Züge zwischen Hof und München soll an DB Regio gehen. Auf dieser Linie sollen, wie aus DB-Kreisen zu erfahren war, künftig ausschließlich klimatisierte Doppelstockwaggons zum Einsatz kommen, die bislang zwischen München, Regensburg und Nürnberg rollen.

Mit dem Markteintritt der ÖBB-Tochter Allegra sieht sich die DB bei den künftigen Ausschreibungen in Südbayern mit einem neuen leistungsfähigen Wettbewerber konfrontiert, der gute Chancen auf den Gewinn weiterer Regionalnetze hat. Ob die BEG den Zuschlag für die beiden Linien wie angekündigt erteilen kann, steht in zehn Tagen fest. In dieser Frist kann die Länderbahn ein Nachprüfungsverfahren bei der Vergabekammer beantragen.

Das neue Fahrplankonzept der BEG sieht einen Stundentakt zwischen München und Schwandorf vor, wobei die RE-Züge abwechselnd nach Hof und Prag im Zweistundentakt weiterfahren. Die Vereinigung der Zugteile aus Hof und Prag in Schwandorf wird damit entfallen, was bislang häufig zu massiven Verspätungen führte. Werner Rost

 

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