Der Steuerzahlerbund kritisiert, dass die Kosten gestiegen sind und sich die Eröffnung verzögert hat. Außerdem gebe es weiterhin keine Prognose dazu, wie viele Besucher kommen und wie hoch die Einnahmen sein könnten. Das Land verweist allerdings darauf, dass es sich bereits vor Jahren verpflichtet habe, die Sammlung öffentlich zugänglich zu machen.
Von der Institution Hessen Kassel Heritage und dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) lagen nach Anfrage zunächst keine Stellungnahmen vor – die erste Organisation verwies auf die zweite.
"Vergiftete Geschenke"
Die Auflistung "Die öffentliche Verschwendung 2026/27" ist die 54. Ausgabe des "Schwarzbuches". Besonderen Fokus legt der Verband dieses Mal auf "vergiftete Geschenke". Dabei schaute er sich staatliche Förderprogramme an. Kritisiert wird, dass bei Ausgaben teils Fördertöpfe und Fristen den Ausschlag gäben statt Bedarf und Nutzen. Mitunter würden Mittel ausgegeben, weil sie sonst verfielen.
"Bund und Länder müssen ihre Förderprogramme zeitlich befristen, besser aufeinander abstimmen, regelmäßig prüfen und bei mangelhafter Wirkung streichen", forderte Verbandspräsident Reiner Holznagel. Zudem bemängelt der Lobbyverband aufwendige Verfahren, mögliche Folgekosten für Kommunen und mangelnde Transparenz.
Kritik am Schwarzbuch
Der Bund der Steuerzahler ist ein privater Verein, der sich politisch unter anderem für eine effiziente Verwendung von Steuergeld und solide Staatsfinanzen einsetzt, also die Neuverschuldung und Ausgaben des Bundes hinterfragt. Er lobbyiert dafür im Bundestag und mit öffentlichkeitswirksam inszenierten Aktionen. Der Steuerzahlerbund betont, er sei parteipolitisch neutral.
Doch das sogenannte Schwarzbuch ist umstritten. Kritisiert wird unter anderem, es liste lediglich spektakuläre Einzelfälle auf, verschweige aber oft deren Kontext und zeichne kein repräsentatives Gesamtbild der Steuerverschwendung. Behörden und Kommunen, die darin genannt werden, wehren sich häufig gegen die Vorwürfe und begründen ihre Finanzentscheidungen.