Lorenzreuther sind Vorreiter Im „Lodl“ landet nichts im Müll

Ein Geschäft ohne Geld, bei dem alle gewinnen: Johanna Machala (rechts) von der Foodsharing Company bekommt im Lorenzreuther Dorfladen übrige Nahrungsmittel­ von Ingrid Käs (Mitte) und Barbara Pachel. Foto: Doris Gimmel Foto:  

Der Dorfladen­ mausert sich zum Vorreiter für Nachhaltigkeit. Was in Lorenzreuth übrig­ bleibt, holt täglich das regionale Foodsaver-Team ab.

Lorenzreuth - Jährlich landen in Deutschland rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel in der Tonne anstatt auf dem Teller. Diese erschreckenden Zahlen des Thünen-Instituts bewegen auch die Marktredwitzer Stadträtin Doris Gimmel, zugleich Gesellschaftsrätin des Lorenzreuther Dorfladens: „Wir wollen mit unserem Dorfladen kein Teil dieser Statistik sein – das war für uns von Anfang an klar!“ Deshalb seien die „Lodl“-Aktiven froh über eine unkomplizierte und flexible Lösung für die optimale Verwendung übriger Lebensmittel. Dies garantiere die neue Kooperation mit der Organisation „foodsharing.de“.

Zusammenarbeit „völlig unkompliziert“

Foodsaver holten im Lorenzreuther Dorfladen jeden Tag nicht mehr verkäufliche oder abgelaufene, aber noch genießbare Lebensmittel ab, erklärt Johanna Machala von der regionalen Foodsharing Community. „Nur weil ein Quark abgelaufen ist, heißt das ja nicht, dass er ungenießbar ist und aus alten Semmeln lassen sich Dutzend verschiedene Gerichte zubereiten“, sagt „Lodl“-Verkäuferin Ingrid Käs. Die Zusammenarbeit mit den Food­savern klappe hervorragend, freut sich die Dorfladen-Mitarbeiterin: Es sei völlig unkompliziert. „Und wir können sicher sein, dass die Lebensmittel für den menschlichen Verzehr erhalten bleiben“, ergänzt Käs.

Es steckt viel Arbeit und Geld drin

Besonders froh ist das Team des Lorenzreuther Dorfladens darüber, dass die Kooperation auch eine höhere Wertschätzung der Nahrung fördert. „Lebensmittel sind etwas ganz Besonderes. Wie viele Arbeitsschritte notwendig sind, bis man regional produzierte Waren wie Brötchen, Butter, Käse, Eis oder Wurst in der Hand halten kann, muss man sich immer wieder vor Augen führen“, sagt Barbara Pachel, die im Lorenzreuther Dorfladen für das Sortiment zuständig ist. Wer das nicht nutze, verschwende auch Arbeitskraft und Transportkosten – also viel Geld und Mühe, die in diese Lebensmittel investiert worden seien.

Gegen die Verschwendung

Damit in heimischen Haushalten keine Lebensmittel verschwendet werden, gebe es im „Lodl“ Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Haferflocken und Ähnliches auch unverpackt, erklärt Pachel. So könne jeder Kunde genau die Mengen einkaufen, die er wirklich brauche. red

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