Lucka-Ausstellung Bildgewordene Gefühle

Matthias Kuhn
Marion Lucka mit Bürgermeister Horst Geißel bei der Eröffnung der Ausstellung. Im Hintergrund das Ölgemälde „Rot“ von 1997. Foto: Matthias Kuhn

Marion Lucka stellt in der MAKKultur aus. Ihre Werke spiegeln nicht nur die Emotionen der Künstlerin, sondern auch die der Betrachter.

Ausdrucksstarke Gefühlswelten sind Marion Luckas Markenzeichen. Die Farben, die Gestaltung, die Komposition – in allem ist ein Teil der Künstlerin wiederzufinden. So auch bei den 130 Arbeiten, die in der neuen Ausstellung in der MAKKultur in Marktredwitz zu sehen sind.

Marion Lucka ist enorm produktiv. Ihre Farbgewalt zeugt von hoher Emotionalität. Ihre Figuren wirken surreal, zeigen aber immer auch, wie ihr Innerstes das Äußere beeinflusst, ergänzt oder zerstört. Meist bewegt sie sich in einem einzigen Farbraum und -Rausch.

Gefühle in Formen und Farben

Als gelernte Lithografin konnte sie ihre Gefühle, da ihr das Klavierspielen verwehrt blieb, in Farben und Formen ausdrücken. Sie komponiert ihre Bilder sozusagen. „Ich lasse mich treiben, fange oben an, male nach unten und schaue, was dabei herauskommt.“ Das habe die Künstlerin einmal selbst geäußert, sagte Horst Geißel, der im Namen der Stadt Marktredwitz in einem Interview mit Marion Lucka in die Ausstellung einführte.

Die Bilder beeindrucken und erregen, sie lassen keinen unberührt. Wer sich dem lieber in Ruhe zu Hause hingeben möchte, kann die Werke auch kaufen; allerdings nur auf Anfrage. Die Künstlerin legt Wert darauf, dass jemand sein Interesse ihr auch persönlich gegenüber zum Ausdruck bringt. Da jedes Bild auch einen Teil ihrer Persönlichkeit enthalte, möchte sie wissen, an wen die Bilder gehen.

Die Künstlerin hat ihre Werke bisher schon oft präsentiert: von Bad Steben und Rehau bis Schwabach, von Bamberg und Weißenstadt bis Waldsassen, Neualbenreuth und Eger, und mehrmals nahm sie an der Kunstnacht in Selb teil. International stellte sie in Ungarn, Frankreich und Italien, teils in Gemeinschaftsausstellungen mit anderen Künstlern aus. Sie erhielt den zweiten Preis der Stadtsparkasse Bamberg, den ersten Preis bei „Kunst trifft Kunst“ des Kunstvereines Hof und mehrfach den Palm-Art-Award.

Publikum einbezogen

„Es sind so reiche, geschöpfte Motive, die häufig auch an eigene Erfahrungen erinnern und komplett neue Welten eröffnen“, beschrieb German Schlaug den Besuchern die Arbeiten in seinem Gespräch mit Marion Lucka. Er verwies auf die Erfahrung einer Bekannten bei der Betrachtung eines Werkes der Bildhauerin Stefanie Huber: Alles, was diese Bekannte in einem schlechten Jahr erlebt hatte, habe sie dort wiedergefunden. Diese Erfahrung zeige, was Kunst mit den Menschen machen könne. Sie spiegelt Emotionen, sowohl die der Künstlerin als auch die der Betrachter. Dies gibt Marion Lucka die Gelegenheit, das Publikum miteinzubeziehen. Sie fordert dazu auf, ihre Werke zu kommentieren. Ein Besucher der Ausstellung nennt den „Baumkuss“ als Beginn der Neuzeit im Schaffen und Leben von Marion Lucka. Eine nach vorne gerichtete Galionsfigur, die einen Aufbruch in Neues anzeigt.

Während die Redner und interessierte Besucher noch diese Anregung zu einer lebhaften Diskussion nutzen, löst sich ganz selbstverständlich der offizielle Teil der Vernissage auf. Die Besucher nutzen die Gelegenheit sich die Bilder ebenso zu betrachten wie die wenigen Miniaturen und die einzelnen Skulpturen, die auch mit ausgestellt werden. Dabei gab es auch die Möglichkeit, mit Marion Lucka persönlich ins Gespräch zu kommen. Die Ausstellung ist für Interessierte bis zum 10. Juni geöffnet. Jeweils zu den regulären Öffnungszeiten. Und jeweils sonntags ist die Künstlerin am Nachmittag selbst von 13 bis 17 Uhr vor Ort.

 

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