Luftfilter für die Schule Eltern schaffen in Feilitzsch Fakten

Technik gegen das Virus in Klassenzimmern. Foto: dpa/Sven Hoppe

Die Gemeinde will keine mobilen Luftreiniger in der Schule. Einige Eltern fackeln nicht lange und nehmen das selbst in die Hand – mit Erfolg.

Feilitzsch - Nun also doch: In einigen Klassenzimmern der Grund- und Mittelschule Bayerisches Vogtland in Feilitzsch summen Luftreiniger, die das Coronavirus aus der Luft ziehen sollen. Das Thema hatte unter Eltern hohe Wellen geschlagen, weil sich der Gemeinderat gegen die Geräte ausgesprochen hatte. Das wollten der Elternbeirat und weitere Eltern so nicht stehen lassen. Sie sammelten innerhalb weniger Wochen 35 000 Euro und der Förderverein orderte bislang zwölf Luftreiniger; zehn davon sind schon im Einsatz. Und alle sind zufrieden, zumindest einigermaßen.

„Die positive Wirkung ist unumstritten“, sagt Schulleiter Jens Neudert; die Geräte schafften eine „zusätzliche Sicherheit“. Sie stehen in den Klassen eins bis sechs sowie in der Mittagsbetreuung der Grundschule. Damit können die Lehrer die Lüftungsintervalle verlängern. Dass die Gemeinde dagegen war, schiebt Neudert in das Terrain der „politischen Entscheidungen“, die er nicht kommentieren wolle.

Ohne Lüften geht es nicht

Francisco Hernandez Jimenez, Bürgermeister, leugnet den Nutzen der Luftreiniger nicht: „Sie sind sicher nützlich – kein Thema.“ Aber nicht unbedingt notwendig, folgt man dem Bürgermeister. Er bleibt dabei, dass man beim Anbau und der Sanierung der Schule – im Frühjahr soll es losgehen – mit fest installierten Filtern in der Lüftungsanlage besser fahre. „Damit können wir auf das Stoßlüften ganz verzichten“, sagt Hernandez. Die mobilen Geräte böten diesen Vorteil nicht. Immer noch müsse man regelmäßig die Fenster aufreißen. Daher habe sich die Gemeinde „wie in über 50 Prozent der bayerischen Schulen“ für die Lösung mit CO2-Ampeln entschieden. Zumal man das Thema Luftreinigung nicht aus den Augen verloren habe. Und auch wenn der Elternbeirat für die Wartung aufkommen wolle, es fielen immer wieder Arbeiten wie Filterwechsel an. Schon deshalb plane man trotz der neuen Luftreiniger weiterhin mit der fest installierten Lösung. Dennoch hält der Bürgermeister das Engagement der Eltern für „außergewöhnlich“. Beeindruckt ist auch Schulleiter Jens Neudert. „Das ging wirklich fix“, sagt er. Alles habe sehr gut geklappt.

Rasches Handeln

Tatsächlich ging alles sehr schnell. Noch im November sah es anders aus. Auch 500 Unterschriften für den Kauf der Geräte hatten im November die Verwaltungsgemeinschaft nicht umstimmen können. In der Gemeinschaftsversammlung hatte sich Hergen von Varel, der Vorsitzende des Elternbeirats, in einer langen Stellungnahme für die Luftreiniger ausgesprochen. Wie viel ist uns der Schutz der Gesundheit von Familien und Kindern wert?“, hatte er gefragt. Er und andere haben die Antwort für Feilitzsch geliefert: 35 000 Euro.

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