Luisenburg-Festspiele Wunsiedel Intensive Darstellung beeindruckt die Jury

Nach der Preisverleihung im Wunsiedler Museumshof (von links): „Extra Applaus“-Preisträgerin Michèle Jagiella, Daniel Lottes von der Rehau AG, Nachwuchspreisträgerin Janina Raspe, Bürgermeister Nicolas Lahovnic, Nachwuchspreisträgerin Anastasia Troska, Stefanie Lahovnic vom Förderverein, „Extra Applaus“-Preisträgerin Fenja Makosch und Philipp Riedel vom Förderverein. Foto: /Andrea Herdegen

Janina Raspe und Anastasia Troska erhalten die Nachwuchspreise der Luisenburg. Der „Extra-Applaus“ für besondere Leistungen jenseits der Bühne geht an Michèle Jagiella und Fenja Makosch

Wunsiedel - Die Luisenburg-Festspiele haben am Sonntagabend zwei talentierte Jung-Schauspielerinnen aus ihrem Ensemble mit Nachwuchs-Förderpreisen ausgezeichnet. Wie gestern kurz berichtet, erhielten Janina Raspe und Anastasia Troska die begehrte Ehrung. Der Preis „Extra-Applaus“ ging an Michèle Jagiella und Fenja Makosch für ihren besonderen Einsatz während dieser Corona-Spielzeit.

In Vertretung der erkrankten künstlerischen Leiterin Birgit Simmler hieß Luisenburg-Kommunikationschef Christof Kaldonek die geladenen Gäste zur Preisverleihung im Hof des Fichtelgebirgsmuseums willkommen. Er überbrachte Simmlers Grüße und betonte in ihrem Namen, dass dieser Preis nicht nur die Ausgezeichneten ehre, sondern auch die Wertschätzung der Theaterleitung gegenüber dem gesamten Ensemble zum Ausdruck bringe. Zur Jury gehörten dieses Jahr die Opernsängerin Silvia Krüger, der Kulturjournalist Holger Stiegler vom „Neuen Tag“, der Dramaturg und Künstlervermittler Hermann Malzer und die Kulturjournalistin Andrea Herdegen (Frankenpost, „Nürnberger Nachrichten“, „Fränkischer Tag“). Gemeinsam mit Juror Malzer stellte Christof Kaldonek alle zehn Nominierten, die höchstens dreißig Jahre alt sein dürfen, kurz vor. Silvia Krüger bedankte sich für „großartige Theater-Erlebnisse“ während ihrer Tätigkeit in der Jury und betonte wie ihre Vorredner, wie schwierig es gewesen sei, aus dem hervorragenden Ensemble zwei Künstler oder Künstlerinnen auszuwählen.

Ein großartiges Gretchen

Den Preis der Rehau AG erhielt die 28-jährige Wahl-Berlinerin Janina Raspe. Die Konsequenz ihres Spiels als Margarethe im „Faust“ habe die Jury überzeugt, sagte Krüger. In einer beeindruckenden Inszenierung, die dem Ensemble alles abverlangt, sei ihr ein großartiges Gretchen gelungen, das – von Gefühlen getrieben und hin- und hergerissen zwischen Unschuld und Ekstase – in den Abgrund gerissen wird. „Sie spielt mit viel Energie, lässt sich von dieser aber nicht treiben, sondern nutzt sie zur Gestaltung der glaubwürdigen Figur.“ Ihre emotionale und körperliche Stärke halte der wuchtigen Ausstattung stand und könne die seelischen Erschütterungen dieser besonderen Figur im Goethe’schen Kosmos klar und deutlich zeigen.

Die 27 Jahre alte Schauspielerin, Sängerin und Tänzerin Anastasia Troska, ebenfalls aus Berlin, erhielt den Nachwuchspreis der Festspielstadt Wunsiedel. Im Musical „Der Name der Rose“ habe sie als einzige Frau in einem Ensemble von Männern mit ihrer Präsenz der fast durchgehend stummen Rolle des namenlosen Mädchens eine große Kraft verliehen und das Publikum sehr berührt, zitierte Silvia Krüger die Entscheidung der Jury. Ihre gesangliche Souveränität und die Intensität ihrer Darstellung seien beeindruckend gewesen. Darüber hinaus sei sie beim Musical „Zucker“ für die Choreografie der Wiederaufnahme zuständig und im Ensemble sehr lebendig zu erleben gewesen.

Janina Raspe und Anastasia Troska zeigten sich sehr glücklich über die Auszeichnung, die mit jeweils 1000 Euro dotiert ist. Luisenburg-Neuling Raspe sagte, sie habe in Wunsiedel eine ganz besondere Zeit erlebt. Dafür dankte sie dem Ensemble und dem gesamten Festspiel-Team. Troska schloss sich an, sprach von einer supertollen Zeit auf der Felsenbühne und freute sich, dass sie nun ihre Spende an einen Kindergarten, der von der Hochwasser-Katastrophe betroffen ist, vergrößern könne. Sie lud alle Anwesenden ein, sich an der Hilfsaktion zu beteiligen.

Engagement für die Hygiene

Den Preis „Extra-Applaus“, der für besondere Leistungen jenseits der Bühne vergeben wird, verliehen der Vorsitzende des Fördervereins „Freunde der Luisenburg“, Philipp Riedel, und seine Stellvertreterin Stefanie Lahovnik. Sie würdigten den Einsatz von Fenja Makosch und Michèle Jagiella, die sich – neben ihrer ohnehin großen fachlichen Qualifikation – in dieser Spielzeit noch extrem weiterbilden mussten, um die Umsetzung aller Corona-Maßnahmen bei den Festspielen zu gewährleisten.

Bürgermeister Nicolas Lahovnik hatte eingangs die „großartigen Leistungen“ auf und hinter der Felsenbühne unter schwierigsten Bedingungen gewürdigt. Er erinnerte daran, wie alle gemeinsam über Monate um diese Festspiele gekämpft hätten. Daniel Lottes vom Hauptsponsor Rehau AG, als Head of Talent Acquisition in hohem Maße verbunden mit dem Thema Nachwuchsförderung, lobte die Arbeit der Luisenburg bei der Unterstützung junger Talente.

 

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