Luisenburg-Gymnasium Wunsiedel Gymnasiasten sammeln für Kriegsopfer

Die Schülerinnen und Schüler von der Politik-AG des Luisenburg-Gymnasiums mit einigen Unterstützern (von links): Studienrat Markus Thoma, Celina Krauß, Jule Träger, Tabea Pfeifer, Karolina Wirz, David Ziegler, Vanessa Vobis und Lorenz Ziegeltrum Foto: /pr

Schülerinnen und Schüler des Lugy starten eine überaus erfolgreiche Sachspenden-Aktion. Die Spenden bringt Vanessa Vobis vom Bibersbacher Hoflädle in die Ukraine.

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“ Mit diesem Zitat von Erich Kästner hat David Ziegler von der Politik-AG die erste Durchsage zur Sammelaktion für die Ukraine am Luisenburg-Gymnasium eingeleitet. Es war der Auftakt, wie es in einer Mitteilung der Schule heißt, einer gemeinsamen Aktion zusammen mit der SMV und den Fachschaften Ethik/Religion. Die Idee war, an jedem Donnerstag an den Ausbruch des Krieges in der Ukraine zu erinnern, um Frieden zu bitten und für die Sammelaktion zu werben.

40 Kisten mit Sachspenden

Nach und nach kamen so fast 40 Kisten mit Hygieneartikeln, Essen, Verbandsmaterial, aber auch Schultaschen zusammen. „Die Sammelaktion kann als großer Erfolg betrachtet werden, sogar klassenweise und kistenweise wurden Spendenartikel abgegeben. Auch das Engagement einzelner Spender stach stark heraus.“

Die Sachspenden tatsächlich an die Bedürftigen zu bringen, stellte aber eine kleine Herausforderung dar. Umso dankbarer war die Politik-AG, dass das Hoflädle „Kraut und Rübe“ aus Bibersbach seine Hilfe anbot und die Sachspenden sehr gerne entgegennahm. Vanessa Vobis, die Leiterin des Hoflädles, holte die fast 40 Kisten, die sich in der alten Hausmeisterwohnung angesammelt hatten, schließlich ab. Vanessa Vobis fährt zusammen mit Freiwilligen in die Ukraine und gibt die Sachspenden vor Ort an Bedürftige weiter. Seit Kriegsbeginn ist sie wöchentlich in die Ukraine gefahren. Auch Lorenz, einer ihrer Mitarbeiter, muss des Öfteren aushelfen.

Die Politik-AG hatte beim Abholen Gelegenheit, viele Fragen zu stellen: Warum macht man das überhaupt? Warum nimmt man diese Belastung auf sich? Wie fühlt sich das an, in ein Kriegsgebiet zu reisen und sein Kind zurückzulassen?

Vom ersten Kriegstag an

Vanessa Vobis beantwortete die Fragen der Schüler gerne. Man merkte, dass ihre Begeisterung für ihre Aktion ungebrochen ist. Sie habe, erzählt sie, gleich mit dem ersten Kriegstag den Entschluss gefasst, aktiv zu helfen. Sie müsse den Menschen in ihrer Not einfach helfen. Das werde auch so weitergehen, bis der Krieg irgendwann aus ist. Auch beim Wiederaufbau will sie helfen. Und natürlich stelle der Transport der Spenden in die Ukraine eine enorme Belastung dar, aber die Dankbarkeit der Menschen vor Ort sei einfach unbeschreiblich. Allein zwölf Lager werden derzeitig von der Sammelaktion aus Bibersbach unterstützt. „Wir haben mittlerweile eine gewisse Routine entwickelt. Es gibt zwei Routen, eine Nord- und eine Südroute, wobei die Nordroute direkt nach Lwiw (Lemberg) führt; diese ist gerade in den letzten Tagen gefährlicher geworden.“ Der Abschied von ihrem dreijährigen Sohn falle ihr immer schwer, noch schwerer sei es aber, wenn sie, Vanessa Vobis, in der Ukraine Kinder in dem gleichen Alter sehe. Dann will sie, wie sie sagt, schnell zurück. Bald will sie einen Verein gründen, damit das Hoflädle noch mehr Sachspenden entgegennehmen kann.

Die Politik-AG des Luisenburg-Gymnasium schließt die Aktion mit dem guten Gefühl ab, zumindest ein bisschen geholfen und etwas bewegt zu haben. Auch wie die Sammelaktion am Lugy unterstützt wurde, stimmt die Schüler überaus dankbar. „Es gibt“, so die Mitteilung, „Gott sei Dank nicht nur den Krieg, sondern auch Gutes in der Welt.“ red

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