Doch 2017 feierte er mit seinem fünften Regiewerk "Hacksaw Ridge" ein überraschendes Comeback. Das wahre Drama über einen US-Soldaten, der als Kriegsdienstverweigerer im Zweiten Weltkrieg mehr als 70 Kameraden das Leben rettete, ohne je eine Waffe zu benutzen, erhielt sechs Oscar-Nominierungen. Gibson war erneut als bester Regisseur im Rennen. Im vorigen Frühjahr brachte er nach längerer Regiepause den Thriller "Flight Risk" mit Mark Wahlberg in die Kinos.
Turbulentes Privatleben
Nicht nur beruflich, auch privat hat Gibson eine wilde Achterbahnfahrt hinter sich. Einen Höhepunkt gab es 1985, als der Schauspieler mit strahlend blauen Augen das Cover von "People" zierte. Die US-Zeitschrift hatte ihn zum "Sexiest Man Alive" gekürt. Gibson war der Erste in der seither jährlichen Wahl der "People"-Schönlinge.
Einen Tiefpunkt erlebte Gibson 2006, als er in Kalifornien sturzbetrunken Auto fuhr und bei der nächtlichen Festnahme in eine rassistische Schimpftirade verfiel. Jüdische Gruppen kritisierten den Schauspieler, Gibson entschuldigte sich später. Der bekennende Katholik räumte damals ein, seit Jahrzehnten gegen seine Alkoholsucht zu kämpfen. Er bedaure seinen Rückfall und die "verachtenswerten" Bemerkungen bei seiner Festnahme zutiefst.
Neunfacher Vater
2009 kam nach knapp 30 Jahren Ehe das Aus für Gibson und seine Frau Robyn Moore - sie reichte die Scheidung ein. Das Paar hatte zu diesem Zeitpunkt sieben Kinder im Alter von neun bis 28 Jahren.
Ein Gericht brummte Gibson 2011 eine dreijährige Bewährungsstrafe mit gemeinnütziger Arbeit und Therapie auf, damit er seine Wutausbrüche in den Griff bekomme. Grund war ein handgreiflicher Streit mit seiner Ex-Freundin, der russischen Sängerin Oksana Grigorieva, Mutter der jetzt 16 Jahre alten Lucia Gibson. Sein neuntes Kind, Sohn Lars, brachte Lebensgefährtin Rosalind Ross 2017 zur Welt.
Ende Dezember wurde nun bekannt, dass sich das Paar vor rund einem Jahr nach neun Jahren Beziehung getrennt hat. "Auch wenn es traurig ist, dieses Kapitel unseres Lebens zu beenden, sind wir mit einem wunderbaren Sohn gesegnet und werden weiterhin die bestmöglichen Eltern für ihn sein", erklärten Gibson und Ross gemeinsam in einem Statement, aus dem "People" zitierte.