„Es ist nicht auszuschließen, dass eine der beiden Frauen die Verfasserin der Inschrift war und die vermeintliche Fähigkeit, über solche Flüche mit göttlichen Mächten zu kommunizieren, aus dem römischen Ägypten mitgebracht hatte“, erläutert Julia Lougovaya, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Papyrologie.
Magie spielte wichtige Rolle
In der Hochkultur am Nil spielte Magie eine wichtige Rolle, wie Joachim Quack, Direktor des Instituts für Ägyptologie der Universität Heidelberg, hervorhebt. Manche Praktiken, insbesondere solche für Schutz und Heilung, waren offiziell anerkannt und unproblematischer Bestandteil des religiösen Lebens. Andere, in denen die eigenen Interessen zum Nachteil anderer durchgesetzt werden sollten, wurden eher unter der Hand durchgeführt.
„In den frühen nachchristlichen Jahrhunderten verschmolzen vorderasiatische, ägyptische, jüdische und gelegentlich sogar christliche Traditionen zunehmend miteinander und verbreiteten sich über das gesamte damalige römische Reich – eine Entwicklung, die der Fund aus Heerlen eindrucksvoll unterstreicht“, erläutert der Ägyptologe.
Die Fluchtafel soll künftig im Heerlener Museum ausgestellt werden. Die am Institut für Papyrologie der Universität Heidelberg entzifferte Inschrift wird im Rahmen einer wissenschaftlichen Veröffentlichung zugänglich gemacht und steht damit der Forschung für weitere Untersuchungen zur Verfügung.