Es müssen schon ulkige Szenen gewesen sein, die sich auf den oberfränkischen Tennisplätzen vor rund 15 Jahren abgespielt haben. Wie oft haben sich wohl die Gegnerinnen nach dem ersten Ballwechsel ungläubig die Augen gerieben? Das könne doch eigentlich alles gar nicht wahr sein, werden sie gedacht haben. Das zierliche Mädchen, das so viel jünger und wegen seiner Kurzharzfrisur eigentlich eher wie ein Junge aussah, schlug ihnen da gerade wieder einmal die gelben Bälle um die Ohren. Nach Belieben schickte es ihre Kontrahentinnen von der einen Seite des Courts auf die andere, streute dazu immer wieder überraschende Richtungswechsel ein, blieb einfach vollkommen unkalkulierbar. Vieles davon erinnert an den vergangenen Samstag. Seit diesem Tag ist das kleine Mädchen, das damals für das U14-Team des TC Stadtsteinach spielte, die Siegerin des wichtigsten Tennisturnieres der Welt: Wimbledon (wir berichteten).