Marktredwitz KUM investiert in grüne Energie

Herbert Scharf
Informieren sich über den Ausbau des Heizkraftwerks in der Realschule (von links): Markus Brand, Oberbürgermeister Oliver Weigel und Gerald Hoch. Foto: Herbert Scharf

Das Kommunalunternehmen der Stadt Marktredwitz ist stark gewachsen. Für die kommenden Jahre sind viele Projekte geplant.

 
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Bei der jüngsten Sitzung des Kommunalunternehmens Marktredwitz (KUM) im Historischen Rathaus haben Kämmerer Markus Brand und Oberbürgermeister Oliver Weigel den Wirtschaftsplan 2023 vor. Das KUM wurde im Jahr 2000 gegründet und löste damals die Tochterunternehmen Stadtwerke Marktredwitz und die Parkhaus GmbH ab.

Derzeit, so erläuterte Brand, kümmere sich das KUM als eigenständiges Unternehmen mit einem Stammkapital von 756. 000 Euro um die Wasserversorgung, die Entwässerungsanlagen im Stadtgebiet, die regionale Erzeugung von Strom und Wärme einschließlich der Vermarktung, das Frei- und Hallenbad, die Freizeitanlagen und öffentlichen Infrastruktureinrichtungen von Marktredwitz.

Knapp 19 Millionen Euro Investitionen

Der Stellenplan des KUM weist 59 Mitarbeiter auf. Im Erfolgsplan des Unternehmens wirken sich trotz eines stark angestiegenen Umsatzes die Erhöhung der Zinsen, der Personalkosten und der Energiekosten erheblich auf den Jahresgewinn aus, erläuterte Brand. Der verringere sich auf 93 .205 Euro.

In diesem Jahr plant das KUM Investitionen in Höhe von 18,87 Millionen Euro. Eine Summe, die sich allerdings in den kommenden Jahren wieder nach unten bewegen soll. Hier schlagen sich auch noch Kosten für die Generalsanierung des Hallenbads – für die noch Zuschüsse ausstehen – die Sanierung der Gebäude in der Böttgerstraße und vor allem Maßnahmen für regenerative Energien zu Buche.

Alleine dafür werden in diesem Jahr für Anlagen und Leitungen rund acht Millionen Euro an neuen Krediten aufgenommen. Dazu kommen noch rund vier Millionen Euro für den Bereich der Wasserversorgung wie den Ausbau am Hammerberg, der Wuttigmühle und einer Ringleitung Oberthölau-Lorenzreuth.

12,6 Millionen Euro Schulden

Generell, da ist man sich im KUM einig, wolle man künftig mehr Photovoltaikanlagen auf öffentliche Gebäude bauen. Auch auf dem Gebäude der Feuerwehr sollen künftig PV-Platten angebracht werden.

Bei der anschließenden Diskussion erkundigte sich Stadtrat Thomas Meyer (CSU/Pro Mak), wie und wann sich die erhöhten Kosten auf die Gebühren für Wasser und Abwasser niederschlagen werden. Diese, erwiderte Brand, werden erst 2025 und 2026 neu beraten und festgelegt.

Bedenken wegen des hohen Anstiegs der Kreditaufnahmen äußerte Klaus Haussel (SPD). Im Jahr 2023 betrage der Schuldenstand immerhin 12,6 Millionen Euro. Das sei ein Anstieg, der in einem normalen städtischen Haushalt wohl dazu geführt hätte, dass der Haushalt kaum mehr genehmigungsfähig wäre.

Dem jedoch, erwiderte Brand, stünden Sachwerte von rund 60 Millionen Euro gegenüber. Und der Oberbürgermeister ergänzte, wer künftig an Energiekosten einsparen wolle, der müsse dafür auch investieren. Die Maßnahmen dafür kosteten zwar Geld, zahlten sich aber in den kommenden Jahren deutlich zurück. Im übrigen werde sich die Kreditaufnahme in den kommenden Jahren deutlich verringern. Insgesamt gesehen, könne man mit den Zahlen für den Haushalt des KUM in diesem Jahr zufrieden sein.

Mehr Abnehmer für Wärme und Strom

Nach der Diskussion stimmten die Mitglieder des Gremiums den Investitionen für das Jahr 2023 ohne Gegenstimme zu.

Eine Besichtigung der neuen Heizanlage bei der Marktredwitzer Realschule verdeutlichte die Investitionen in alternativen Energiegewinn in Marktredwitz. Dort baut die Zenob (Zukunfts-Energie Nordostbayern GmbH) zwei neue Blockheizkraftwerke und die KUM erweitert erheblich das bestehende mit Hackschnitzel betriebene Werk, das bisher nur die Kunden im Schulzentrum mit Wärme versorgt hat.

Künftig, voraussichtlich schon ab April dieses Jahres, soll sich der Kreis der Abnehmer beträchtlich erweitern. Und zwar nicht nur auf öffentliche Bauten, sondern auch auf private Abnehmer. Ein Vorhaben, in das auch in den kommenden Jahren investiert werden muss.

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