Marktredwitz Schulden der Stadt verdoppeln sich

Der finanzielle Kraftakt mit dem Kauf des Rosenthal-Geländes wirkt sich auf den Haushalt für das Jahr 2014 aus. Die Steuereinnahmen sind aber weiterhin sehr gut.

Waldershof - Ein bisschen geschluckt haben die Waldershofer Stadträte schon, als in der Sitzung am Donnerstagabend Kämmerer Harald Fischer den Entwurf für den Haushalt 2014 vorstellte. Denn der Kauf des Rosenthal-Geländes ermöglicht der Stadt zwar, neue Gewerbegebiete auszuweisen, Leben in die Industriebrache zu bringen und die Weichen für die Zukunft zu stellen. Andererseits sind die Kassen leer, der Schuldenstand verdoppelt sich - und größere Investitionen sind in den kommenden Jahren kaum mehr möglich.

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"Der finanzielle Kraftakt mit dem Erwerb des Rosenthal-Geländes hat ziemliche Löcher gerissen", sagte Fischer. Rücklagen gebe es keine mehr. "Das ist alles draufgegangen." Seit dem Jahr 2003 habe man keine Kredite mehr aufnehmen müssen, der Schuldenstand der Stadt sei bis zum Jahr 2013 von sechs auf drei Millionen Euro gesenkt worden. Nun aber habe sich der Schuldenstand wieder verdoppelt, auf sechs Millionen Euro, den Stand des Jahres 2004. Dementsprechend steigt die Pro-Kopf-Verschuldung von 700 auf rund 1400 Euro. Für Investitionen werde in den nächsten Jahren der Spielraum deutlich kleiner.

Der Verwaltungshaushalt gestalte sich "gut und unproblematisch", sagte der Kämmerer. Er weist Einnahmen in Höhe von 10 140 000 Euro auf, bei Ausgaben in Höhe von 8 806 000 Euro, was eine Zuführung in Höhe von 1,3 Millionen Euro an den Vermögenshaushalt möglich macht. Die Mindestzuführung, also die ordentliche Tilgung aus dem Verwaltungshaushalt, sei problemlos möglich. Die Steuereinnahmen sind gut. Aus der Gewerbesteuer flossen im vergangenen Jahr 5,4 Millionen Euro ins Stadtsäckel - eine Summe, die nur knapp unter dem Rekordwert von 5,7 Millionen aus dem Jahr 2011 liegt. Für das Jahr 2014 sind aufgrund hoher Vorauszahlungen 4,5 Millionen Euro veranschlagt.

Der Vermögenshaushalt mit den Investitionen schließt in Einnahmen und Ausgaben bei 7 062 800 Euro. Dickster Brocken hier: das Gewerbegebiet "Westlich der Marktredwitzer Straße - Rosenthal-Gelände": Neben Veräußerungserlösen in Höhe von 573 000 Euro sind hier restliche Erwerbs- und Nebenkosten in Höhe von 3,2 Millionen veranschlagt. Haushaltsbelastung also: 2 680 000 Euro. Die Schätzkosten für den Abbruch der Rosenthal-Brache betragen 2,5 Millionen Euro. Der Fördersatz liegt bei 70 Prozent. Die Finanzplanung enthält außerdem Kosten in Höhe von 600 000 Euro für die Rekultivierung der Deponie.

Der Kämmerer rechnet mit dem Beginn der Maßnahme in 2014, mit Hauptausgaben im Jahr 2015 und Restkosten in 2016. Bleibt es bei den geschätzten Kosten, beträgt bei voller Förderung der Eigenanteil der Stadt bis 2016 insgesamt gut eine Million Euro. Richard Ryba

Rücklagen sind keine mehr da. Das ist alles draufgegangen.

Kämmerer Harald Fischer