Marktredwitzer Projekt abgeschlossen Ein Haus für alle Lorenzreuther

Herbert Scharf
Das Dorfgemeinschaftshaus in Lorenzreuth wurde für 1,4 Millionen Euro saniert; beim Tag der offenen Tür konnten viele Marktredwitzer das Anwesen erstmals besichtigen. Foto: /Herbert Scharf

Der ehemalige „Grüne Baum“ wird nach langem Leerstand zum attraktiven Dorfgemeinschaftshaus. Großen Anteil daran hat die Förderoffensive Nordostbayern.

Der Marktredwitzer Ortsteil Lorenzreuth wird immer attraktiver für seine Bewohnerinnen und Bewohner. Nach langen Jahren des Leerstandes und einem Brand wurde der „Grüne Baum“ vorbildlich restauriert und für 1,4 Millionen Euro zum Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut. Mit einem Tag der offenen Türen wurde das Gebäude nun vorgestellt.

Zur Einweihung hieß Oberbürgermeister Oliver Weigel zahlreiche Ehrengäste mit dem stellvertretenden Regierungspräsidenten Thomas Engel, dem Landtagsabgeordneten Martin Schöffel und dem stellvertretenden Landrat Roland Schöffel an der Spitze willkommen. Sein besonderer Gruß aber galt den Lorenzreu-thern, die in großer Zahl gekommen waren.

Neue Nutzung für Einzeldenkmal

„Nun ist es exzellent gelungen, das Einzeldenkmal durch eine behutsame Sanierung einer neuen, lebendigen Nutzung zuzuführen und fit für die Zukunft zu machen“, freute sich der Oberbürgermeister. Sein besonderer Dank ging an die inzwischen im Ruhestand befindliche Planerin Maria-Magdalena Stöckert, die für das Projekt zuständig war. Gleichzeitig bedankte er sich bei der Förderoffensive Nordostbayern und dem Amt für Ländliche Entwicklung für die 90-prozentige Bezuschussung.

Ursprünglich bestand das Anwesen aus drei Teilen: dem um das Jahr 1800 gebauten zweigeschossigen Hauptteil mit dem Gasthaus im Erdgeschoß und der Wohnung im ersten Stockwerk, einem ehemaligen zweigeschossigen Anbau mit einem Tanzsaal und nicht ausgebautem Dachgeschoß sowie einem jüngeren Anbau zur Erweiterung der Gaststätte.

Platz für Jugendliche

Das Haus werde von der Dorfgemeinschaft in den kommenden Jahren intensiv genutzt werden, versprach Oliver Weigel. In dem Gebäude finden unter anderem Vereine, Veranstaltungen, eine Teeküche, ein Ausschank und Räume für Jugendliche Platz.

Der stellvertretende Regierungspräsident Thomas Engel stellte fest, Marktredwitz habe es geschafft, in einem Jahr gleich zwei Dorfgemeinschaftshäuser neu zu gestalten. Neben Lorenzreuth bekommt nämlich auch Wölsau einen renovierten Altbau für die Allgemeinheit und die Feuerwehr.

„Hier geht eine gelungene Sanierung mit einer Leerstandsbeseitigung einher.“ Schon seit einiger Zeit fielen Dorfwirtschaften als Treffpunkt in den Orten aus. Corona habe diesen Trend noch verstärkt. „Hier springt die Kommune mit Gemeinschaftshäusern in die Bresche.“

„Führend in solchen Maßnahmen.“

Und in Lorenzreuth werde auch noch ein zweites Haus umgestaltet: Da entstünden ein Dorfladen und Wohnraum. „Marktredwitz ist führend in solchen Maßnahmen.“ So seien in den vergangenen vier Jahrzehnten nicht weniger als 57 Millionen Euro für Sanierungsprojekte der Städtebauförderung in die Stadt geflossen. Von der Förderoffensive Nordostbayern seien dafür 21,4 Millionen Euro bewilligt worden. Für solche Aufgaben stünden im ganzen Landkreis 59,3 Millionen Euro zur Verfügung. „Lorenzreuth“, fuhr Thomas Engel fort, „ist ein Paradebeispiel für solche Maßnahmen über die Region hinaus.“

Martin Schöffel bezeichnete die Förderoffensive Nordostbayern als eines der wirksamsten Instrumente für die Sanierung von leer stehenden Gebäuden in Ortschaften. „Leerstand wird in attraktive Treffpunkte umgewandelt.“ Wenn in München Milliardenprojekte durchgezogen werden, müsse auch in den Randgebieten etwas getan werden, erinnerte der Landtagsabgeordnete an den Grundsatz für gleiche Lebensbedingungen in ganz Bayern. „Hier ist etwas Wertvolles für Lorenzreuth entstanden.“ Und mit der Förderoffensive Nordostbayern sei man hier auf einem guten Weg.

Gebäude mit Leben erfüllen

Jennifer Knipping vom Amt für Ländliche Entwicklung stellte fest, es habe sich einiges getan in Lorenzreuth. Da liefen derzeit immerhin Sanierungsmaßnahmen für 3,3 Millionen Euro. „Jetzt müssen Sie die sanierten Gebäude mit Leben erfüllen“, wandte sie sich an die Lorenzreuther.

Mit gelungenen Versen gratulierte dann Landschaftsarchitekt Eugen Schiml zur Sanierung und überreichte dem Oberbürgermeister mehrere Plastik-Entchen für den Brunnen. Nach der kirchlichen Segnung durch die Geistlichen Silfredo Dalfert und Josef Triebenbacher konnten sich die Lorenzreuther und die Gäste in den Gebäuden umsehen.

 

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