Talkshow im ZDF Das waren die Gäste bei Markus Lanz

Lotta Wellnitz/
Markus Lanz talkt von Dienstag bis Donnerstag im ZDF. Foto: Markus Hertrich/ZDF/dpa

Markus Lanz empfängt von Dienstag bis Donnerstag verschiedene Gäste in seiner Talkshow. Das sind die aktuellen Gäste.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

In seiner gleichnamigen Talkshow diskutierte Markus Lanz am Donnerstagabend mit seinen Gästen zu später Stunde unter anderem über die Umweltpolitik der Ampel, die deutsche Natur- und Klimaschutzpolitik sowie jüdisches Leben in Deutschland.

Das waren die Themen und Gäste am 16. Mai um 23:15 Uhr im ZDF:

  • Steffi Lemke, Bundesumweltministerin - Die Grünen-Politikerin äußert sich zum Unionsvorwurf, sie habe interne Bedenken zum Thema AKW-Laufzeiten in ihrem Ministerium unterdrückt, sowie zur Umweltpolitik der Ampel.
  • Ulrike Winkelmann, Journalistin - Die „taz“-Chefin analysiert die deutsche Natur- und Klimaschutzpolitik. Zudem geht sie der Frage nach, inwieweit Deutschland auf die Öko-Strategie afrikanischer Staaten Einfluss nehmen darf.
  • Joe Chialo, CDU-Politiker - Der Berliner Kultursenator erläutert, warum er trotz verfassungsrechtlicher Bedenken für eine Anti-Diskriminierungsklausel für kulturelle Institutionen plädiert.
  • Philipp Peyman Engel, Journalist - Mit Blick auf den Nahostkonflikt und die propalästinensischen Proteste von Berliner Studierenden spricht der Chefredakteur der „Jüdischen Allgemeinen“ über jüdisches Leben in Deutschland.

ZDF-Mediathek: Lanz gestern

Hintergrund: In einer kontroversen Bundestags-Debatte haben Wirtschaftsminister Robert Habeck, Umweltministerin Steffi Lemke (beide Grüne) sowie andere Vertreter der Ampel-Koalition die Entscheidungsfindung vor dem Atomausstieg verteidigt. Unionsfraktionsvize Jens Spahn (CDU) erhob am vergangenen Mittwoch schwere Vorwürfe. „Sie haben unserem Land mit dieser Entscheidung, die Kernkraftwerke in der Krise abzuschalten, schweren Schaden zugefügt“, sagte Spahn insbesondere an die Grünen-Minister gewandt. Habeck habe eine ergebnisoffene Prüfung versprochen, diese aber nicht geliefert und nach der Devise gehandelt „Atomausstieg, koste es, was es wolle“. Auch aus Sicht von Unionsfraktionsvize Steffen Bilger (CDU) steht weiterhin der Verdacht im Raum, Öffentlichkeit und Parlament könnten getäuscht worden sein. Der klima- und energiepolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Karsten Hilse, sprach von „grünen Kommunisten“ und sagte im Zusammenhang mit der AKW-Abschaltung: „Das ist Sabotage und grenzt an Verrat.“

Auslöser der Kontroverse war ein Bericht des Magazins „Cicero“, wonach sowohl im Wirtschafts- als auch im Umweltministerium im Frühjahr 2022 interne Bedenken zum damals noch für den folgenden Jahreswechsel geplanten Atomausstieg unterdrückt worden sein sollen - was beide Ministerien bestreiten. Ein Journalist hatte die Herausgabe der Akten vor Gericht erstritten. Inzwischen liegen die Papiere auch weiteren Medien und dem Bundestag vor.

Nach dem Angriff von Deutschlands wichtigstem Gaslieferanten Russland auf die Ukraine war 2022 eine Debatte um das damals für den Jahreswechsel geplanten Atomausstieg entbrannt. Die Grünen hatten sich lange gegen eine Laufzeitverlängerung gewehrt, schließlich aber das von Habeck und den AKW-Betreibern im September 2022 vorgelegte Konzept einer vorübergehenden Einsatzreserve für zwei der drei letzten deutschen Atomkraftwerke unterstützt. Die FDP war für eine längere Laufzeit. Im Oktober 2022 sprach Kanzler Olaf Scholz (SPD) dann ein Machtwort für den Weiterbetrieb aller drei Meiler bis zum Frühjahr. 

Habeck verteidigte den Atomausstieg. Alle Unkenrufe hätten sich nicht bewahrheitet, Atomstrom sei nicht durch klimaschädlichen Kohlestrom ersetzt worden, stattdessen seien Erneuerbare ausgebaut werden. Der Grund für die zeitweise hohen Energiepreise sei die Abhängigkeit von russischem Gas gewesen, das dann wegbracht. „Das ist die Hinterlassenschaft der großen Koalition, das ist die Hinterlassenschaft des Wirtschaftsministeriums der CDU-geführten Regierung.“ Er legte erneut dar, dass sich die energiepolitische Lage und die Einschätzungen der AKW-Betreiber zwischen Frühjahr und Herbst 2022 geändert hätten. 

Am Dienstag vor einer Woche hatten rund 150 propalästinensische Aktivisten zeitweise einen Hof der Freien Universität in Berlin besetzt. Auch in den Räumen der Universität kam es zu Protesten, dabei setzten Polizisten zum Teil Tränengas ein. Die Hochschule stellte ihren Lehrbetrieb vorübergehend ein, die Polizei räumte am Nachmittag das Gelände. Bei dem Polizeieinsatz wurden nach Angaben der Behörde gegen 80 Personen Strafverfahren eingeleitet.

Seit 2008 wird die Talkshow von Markus Lanz im ZDF ausgestrahlt. Die Sendung des gebürtigen Südtirolers wird von Dienstag bis Donnerstag in einem Hamburger Fernsehstudio aufgezeichnet und am späten Abend im ZDF ausgestrahlt – oft zeitversetzt, manchmal auch live. Die Sendezeit liegt meist bei 23.15 Uhr - kann aber je nach Rahmenprogramm auch variieren. Die Lanz-Videos sind in der Mediathek des ZDF abrufbar.

Autor

Bilder