Martin Rassau bei Alexander Herrmann: Der fränkische Charmeur

Als „Grand-Charmeur“ erwies sich Martin Rassau, als er Melitta Herrmann einen großen Blumenstrauß schenkte, den er aber kurz zuvor aus ihrem Garten, dem Schlossgarten, entwendete. Foto: /Reißaus

Martin Rassau bildet mit Volker Heißmann eines der erfolgreichsten Comedy-​Duos in Deutschland. Jetzt war „Waltraud“ in Wirsberg zu Gast beim Sternekoch Alexander Herrmann. Beide verbindet eine lange Beziehung.

Wirsberg - Die wohl kleinsten und vielleicht auch feinsten Festspiele Deutschlands fanden am Samstag im romantisch-idyllischen Schlossgarten der Hoteliersfamilie Herrmann statt. Unter dem Motto „Hokuspokus“ gastierte Martin Rassau von der Fürther Comödie. Neben dem Komödianten waren auch seine Kollegen Bernhard Ottinger, die „Gebrüder Sing“ und die beiden Sterneköche Alexander Herrmann und Tobias Bätz mit von der Partie. Eines war bei den Schlossgarten-Festspielen deutlich zu spüren: Es geht wieder aufwärts in der Kunstszene.

Martin Rassau, dessen Verbindungen nach Wirsberg seit 25 Jahren bestehen, verwies darauf, dass der Lockdown ein gemeinsames Proben nicht möglich gemacht habe, sodass in diesem Jahr nur ein Programm der einzelnen Künstler stattfinden konnte. Er nahm sich des Themas Theater, insbesondere der Oper, an. Selbst lang am Staatstheater Nürnberg als Solist engagiert, konnte er aus dem Nähkästchen plaudern. Und wie immer kolportierte Rassau das Wesen des Frankens bissig und frech. Nach der Pause schlüpfte er sogar in die Rolle eines Märchenerzählers. Sein Pendant Bernhard Ottinger erklärte den Besuchern im breitesten „Fertherisch“, also der Fürther Mundart, das schlichte Gemüt der Franken: Staubtrocken, nüchtern und immer mit dem bissigen Nachsatz auf den Lippen. Bodenständig und bauernschlau schlage der sich durchs Leben und erweise sich als ein Meister stoisch-störrischer Verweigerung. Nachdem Fürth künftig wieder in der 1. Bundesliga spielt, machte Bernhard Ottinger den Club-Fans den Vorschlag, Weihnachtslieder umzuschreiben: „Alle Jahre wieder kommt der FCN in die 2. Liga...“ Für die 13. Schlossfestspiele im kommenden Jahr kündigte Martin Rassau eine Bearbeitung des US-amerikanisch-britischen Abenteuerfilms „Robin Hood“ an, die in der malerischen Kulisse des Schlossgartens natürlich bestens geeignet ist.

Musikalisch verbreiteten die Gebrüder Sing als A-cappella-Gruppe beste Laune. Sie begeisterten durch den Einsatz ihrer einzigen Instrumente, nämlich ihrer Stimmen. Bekannte Oldies und Eigenkompositionen wechselten sich mit humorvollen Moderationen ab, aber im Vordergrund stand der Gesang in seiner „reinsten“ Form. Bei den „Sanges-Brüdern“ war die Situation ähnlich, wie der IT-Administrator Markus Lohmüller zu verstehen gab: „Wir konnten ja nicht zusammen proben und letztendlich ist es ein Portfolio aus alten Liedern, die wir über die Jahre aufgeführt haben, und da haben wir uns die besten Stücke rausgesucht. Wir haben ja alle noch einen Beruf und ich habe Verständnis für die Künstler, die davon ihren Lebensunterhalt verdienen. Die haben mit Corona echt eine harte Zeit durchgemacht.“

Und was wären die Festspiele ohne den Gaumenkitzel durch die Sterne-Köche Alexander Herrmann und Tobias Bätz. Zum Auftakt gab es im sommerlichen Garten Aperitif mit feinstem Fingerfood und später natürlich ein grandioses Gourmet-Menü im Restaurant.

 

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