Kontroverses Projekt im Reich der Komodo-Drachen
400 Kilometer östlich ist inzwischen eine ähnliche Debatte entbrannt - da wo Indonesiens wohl bekannteste Urzeitwesen leben: die Komodo-Drachen.
Auf der kleinen Insel Padar, seit 1991 Teil des Unesco-Weltnaturerbes Komodo-Nationalpark, sorgt ein weiteres geplantes Mega-Resort für Empörung. Eine Firma will dort Hunderte Villen, Restaurants, ein Spa und sogar eine Hochzeitskapelle bauen – mitten im Lebensraum der größten heute noch lebenden Echsen der Welt. "Padar Island ist kein Spielplatz für Investoren", kritisierte die Aktivistin Astra Tandang bei einer Demonstration in Jakarta.
Umweltexperten warnen, dass die Bauarbeiten die empfindliche Fauna stören könnten. Eine Studie der Landwirtschaftsuniversität Bogor verweist auf Überschneidungen mit Brut- und Futterplätzen der Warane.
Die Regierung versichert zwar, dass keine Betonburgen entstehen dürfen und nur temporäre Bauten erlaubt würden. Doch die Skepsis ist groß – nicht zuletzt, weil bereits 2020 Pläne für ein "Jurassic Park"-Projekt auf der Nachbarinsel Rinca für weltweites Kopfschütteln sorgten. Damals rollten schwere Laster durch den Nationalpark - in unmittelbarer Nähe einiger der letzten 3.500 Komodo-Drachen, die auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) als "gefährdet" eingestuft werden. Am Ende wurden aus dem angekündigten Themenpark nur eine Besucherplattform und ein paar Läden.
Dass nun erneut in dieser einmaligen Landschaft über touristische Erschließung diskutiert wird, elektrisiert nicht nur Indonesien. Für Reisende aus aller Welt stellt sich die Frage, wie weit Tourismusprojekte gehen dürfen - und ob der Spagat zwischen Schutz und Entwicklung gelingen kann. Oder ob traurige Wahrheit wird, was ein indonesischer Kommentator im Internet prognostizierte: "Lasst uns die Landschaft hier doch genauso verschandeln wie Bali und dann zur nächsten Insel übergehen und zur nächsten, bis sie alle am Ende sind."