Mehr Nachhaltigkeit Recup-System hält Einzug in Selb

Mit solchen Bechern aus dem Recup-System unterstützt die Stadt Selb den Kampf gegen die Flut von Einwegbechern. Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild/Britta Pedersen

Der Selber Stadtrat ebnet den Weg für das Recup-System. Auch gibt es eine finanzielle Starthilfe für beteiligte Gastronomen.

Selb - Eine weiteren Schritt in Sachen Nachhaltigkeit macht die Stadt Selb: Der Stadtrat beschloss in seiner Sitzung am Mittwoch die Einführung eines Pfandsystems, um die Flut der Einweg- und To-go-Becher einzudämmen (wir berichteten). Dabei votierte die Mehrheit der Stadträte für das Recup-System, während sich die drei SPD-Stadträte Kai Hammerschmid, Dorothea Schmid und Walter Wejmelka für das Vytal-System aussprachen. Einstimmig fiel dann wieder die weitergehende Entscheidung, dass die Stadt die teilnehmenden Gastronomen und Betrieben mit 100 Euro unterstützt und zusätzlich 50 Deckel, die mit einem Stadtlogo bedruckt werden können, sponsert. Abgerechnet wird das Projekt über die Selb aktiv GmbH.

Wirtschaftsförderin Nadja Hochmuth hatte die beiden Pfandsysteme vorgestellt: Bei Recup zahlt der Kunde ein Pfand und bekommt es bei der Rückgabe zurück. Beim Vytal-System muss sich der Kunde registrieren. Gibt er den Becher oder die Schale nicht innerhalb von 14 Tagen zurück, werden zehn Euro von seinem Konto eingezogen.

Susann Fischer (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, die Einführung eines Pfandsystems sei eine sehr gute Sache und unbedingt unterstützenswert. Sie votierte für Recup, da eine Registrierung wohl eher abschreckend wirke. Auf ihre Frage nach der Hygiene antwortete Hochmuth, dass die Recup-Becher wie jedes andere Geschirr mit entsprechender Temperatur gereinigt werden kann.

Anneliese Schade (Aktive Bürger) sagte, es stehe Selb als Fair-Trade-Stadt gut zu Gesicht, sich einem Pfandsystem anzuschließen. Der Marktführer Recup werde auch von Systemgastronomen eingesetzt, was die Zahl der Rückgabemöglichkeiten erhöhe. Für Wolfgang Kreil ist es vernünftig, Dinge wiederzuverwenden anstatt wegzuschmeißen und plädierte ebenfalls für Recup. Er wollte wissen, wie hoch die Rücklaufquote ist. Laut Hochmuth ist die relativ hoch, genaue Zahlen könne sie aber nicht nennen.

Für die SPD sagte Kai Hammerschmidt, ein solches System sei überfällig. Er verwies aber auf zwei Gastronomen im Landkreis, die mit Vytal gute Erfahrungen gemacht hätten. Er plädierte dafür, zunächst eine Umfrage zu starten, um dann eine klarere Entscheidung zu treffen. Wolfgang Kreil regte daraufhin an, Gastronomen bei beiden Systemen zu unterstützen und dann „den Markt entscheiden“ zu lassen. Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch und Nadja Hochmuth argumentierten, dass es für die Unternehmen zielführender sei, wenn es nur ein System gebe. Zudem seien die Werbeaufdrucke auf den Deckeln nur bei Recup möglich. ago

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