Die Kriminalstatistik 2017 weist zwar einige Verbesserungen im Vergleich zu den Vorjahren aus, so ist die Zahl der Wohnungseinbrüche rückläufig, dennoch ist Fakt: Die Zahl der Fälle von Mord und Totschlag steigt stark. Das Plus liegt bei 14,3 Prozent, 2418 Fälle sind das in Zahlen. Dazu kommen immer mehr politisch motivierte Straftaten.

Zwei Aspekte in der Kriminalstatistik sind jedoch besonders auffällig: Zum einen werden Zuwanderer, die hier Schutz suchen, immer häufiger Opfer von Gewalt. Dazu ist der Anteil bestimmter Tätergruppen bei Gewaltdelikten weit höher als der Anteil an der Gesamtbevölkerung. Beginnt der Staat, hier genauer und differenzierter hinzusehen? Weniger im Fokus ist der zweite Punkt: Im Jahr 2016 gab es 12,8 Prozent mehr Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung. Die angezeigten Fälle summieren sich deutschlandweit auf 7919 Fälle. Ganz exorbitant schnellte die Zahl der Gruppenvergewaltigungen und der „überfallartigen“ Gruppenvergewaltigungen nach oben: Ein Plus allein bei der ersteren Gruppe um 106 Prozent auf 524 Fälle. Man muss kein Hellseher sein, um zu wissen: die Tätergruppe nahezu zu 100 Prozent männlich, die Gruppe der Opfer naturgemäß mehrheitlich weiblich.

Immerhin: Die Mehrheit der Deutschen fühlt sich im öffentlichen Raum „sicher“ oder gar „sehr sicher“. Dies belegen aktuelle Umfragen. Unterschieden aber nach männlichen und weiblichen Befragten, wird deutlich: 27 Prozent der Frauen fühlen sich in der Öffentlichkeit „eher unsicher“ oder sogar „sehr unsicher“. So liest sich das Ergebnis einer Befragung des Instituts Infratest Dimap. Und die Aussage von 34 Prozent der befragten Frauen ist, dass sie sich „in den letzten zwei Jahren infolge der Zuwanderung zunehmend unsicher“ fühlen. 62 Prozent gaben zu Protokoll, sie würden abends bestimmte Straßen, Parks oder Plätze meiden. 36 Prozent der Befragten betonten dabei, das dies erst in den letzten beiden Jahren der Fall ist. Die Angst in Deutschland ist damit weiblich.

Nun kann man sagen, dass aktuelle Bedrohungslage und persönliches Sicherheitsempfinden zweierlei Stiefel sind. Aber de Maizières Statistik untermauert genau diese Gefühlslage. Der Minister hat natürlich recht, wenn er sagt, dass das Gros der Flüchtlinge unbescholten ist. Auch, dass „die wirklich Schutzbedürftigen“ unter den Straffälligen unterrepräsentiert seien. Dazu zählt er die Gruppe der Syrer. Das muss man wissen. Für Pauschalverurteilungen ist in unserer Gesellschaft kein Platz.

Wer als Schutzsuchender in dieses Land kommt, wem dieses Land Schutz anbietet, muss erwarten dürfen, nicht schon in der ersten Sammelunterkunft Opfer einer Gewalttat zu werden. Wenn das nicht funktioniert, dann läuft etwas Grundlegendes falsch. Genauso kann es nicht sein, dass die Hälfte der Bevölkerung künftig abends daheim bleibt, den Spät-Bus meidet oder ohne Reizgas in der Handtasche das Haus nicht mehr verlässt. In einer toleranten und offenen Gesellschaft muss für Frauen die Sicherheit im öffentlichen Raum gewährleistet bleiben. Wenn hier etwas aus dem Ruder zu laufen droht, dann besteht dringender Handlungsbedarf. Staat und Gesellschaft müssen genauer hinsehen und vorurteilsfrei Schwachstellen benennen und ausmerzen. Tut man es nicht, überlässt man das Feld den Populisten zur Stimmungsmache.