Die Ministerpräsidenten können ihr Glück kaum fassen. Mehrere Länderchefs haben am Donnerstag im Bundestag die Bedeutung des neuen Finanzpakets für den Föderalismus hervorgehoben. Die Zufriedenheit der Länderchefs kann jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Reform der Bund-Länder-Finanzbeziehungen missraten ist. Was Bund und Länder in dieser Woche parlamentarisch verabschieden, bringt zwar neue Superlative beim Geldverteilen hervor. Von 2020 an wird der Bund den Ländern Jahr für Jahr zehn Milliarden Euro zusätzlich überweisen. Dazu gibt es noch einige Bonbons wie die längere Zahlung des Unterhaltszuschusses an Alleinerziehende und neue Bundesmittel für sanierungsbedürftige Schulen. Doch das eigentliche Ziel hat diese Reform verfehlt: Der Anspruch war, das undurchdringliche Geflecht der Bund-Länder-Finanzbeziehungen wenigstens etwas zu lichten. Davon kann keine Rede sein. Auch künftig bleibt es Experten überlassen, sich in diesem Dickicht zurechtzufinden.