Eltern ein- und zweijähriger Kinder sollen von September an 250 Euro pro Monat und Kind vom Freistaat bekommen, ab dem dritten Kind soll es 300 Euro pro Monat geben. Eine solche Unterstützung wird vielen Familien zugutekommen. Und doch greift sie an völlig falscher Stelle. Denn: Eine kostenfreie Kita-Betreuung plant die Staatsregierung weiterhin nicht. Gewiss können Eltern das Familiengeld in einen Kita-Platz investieren - aber eben genauso in vieles andere. Für viele Eltern wäre eine Befreiung von Kita-Gebühren ein Anreiz gewesen, ihre Kinder in Fremdbetreuung zu geben. Insbesondere Kinder aus bildungsfernen Familien hätten enorm profitieren können: Kindergärten sind mehr als bloße Betreuungsstätten - es sind Bildungsorte. Und gerade die frühkindliche Bildung fördert die kognitive und soziale Entwicklung eines Kindes in positivster Weise. Nun aber bleibt alles beim Alten. Eltern mit Kindern im Kindergartenalter gehen gänzlich leer aus. Das allein zeigt, dass das Familiengeld nur an der Spitze des Eisbergs kratzt. Für Söders Versprechen wird aber ein weiterer Nachtragshaushalt für 2018 fällig, insgesamt werden sich die Mehrausgaben in den kommenden Jahren sogar auf mehrere Milliarden Euro belaufen. Doch wofür ist eine Investition gut, die an Nachhaltigkeit wenig zu bieten hat? Das geht besser. Einmal nachsitzen, Herr Minister!