Podcast eins thematisiert unter anderem, dass laut einer groß angelegten Studie zum aktuellen Medienkonsum etwa 25 Prozent der Deutschen es aktiv vermeiden, sich über die Vorgänge hierzulande und in der Welt zu informieren. Hauptgrund: Die Nachrichten machten schlechte Laune. An Zynismus ist diese Aussage so alleinstehend schon kaum zu überbieten. Doch sie wird noch weit schlimmer, hört man sich Podcast zwei an. Dieser hat die blutige Niederschlagung des demokratischen Protests auf dem Tiananmen-Platz in Peking am 4. Juni 1989 durch das chinesische Militär zum Gegenstand. Beziehungsweise das staatlich verordnete kollektive Vergessen dieses als Tiananmen-Massaker in die Geschichte eingegangenen Ereignisses. Denn ähnlich wie es in der Dystopie "1984" von George Orwell skizziert wird, hat die Kommunistische Partei den Tag und alles, was damit zu tun hat, im Reich der Mitte per Federstrich aus der Historie getilgt. Eine schier allumfassende Zensur-Krake macht dies möglich. Womit die Brücke zu Podcast eins geschlagen wäre; eine Tiananmen-Zeitzeugin beschreibt die heutige chinesische Medien-Landschaft nämlich so: "Wenn du gute Laune haben willst, dann schau die Nachrichten."
Meinungen Gute Laune
David Büttner 11.07.2019 - 00:00 Uhr